07. April 2009: Tarifabschluss in der ostdeutschen Stahlindustrie - IG Metall setzt Beschäftigungspaket durch und sichert Einkommen

  • 08.04.2009
  • ew

In der ersten Tarifverhandlung für die rund 8000 Beschäftigten in der ostdeutschen Stahlindustrie haben sich die IG Metalll und die Stahl-Arbeitgeber am Dienstag auf ein Verhandlungsergebnis verständigt.

Die Einigung sieht umfangreiche Maßnahmen der Beschäftigungssicherung und Einkommenserhöhungen vor.

Die Ausgebildeten werden künftig für 24 Monate statt bisher 12 Monate übernommen, bei einer Mindestbeschäftigung von 28 Stunden pro Woche.
Älteren Beschäftigten wird auch über den 31. Dezember 2009 hinaus ermöglicht, Vereinbarungen zum vorzeitigen Ausscheiden durch Altersteilzeit abzuschließen.


Für die Beschäftigten gibt es eine Einmalzahlung von 350 Euro für die Monate April bis Dezember 2009.


Ab dem 1. Januar 2010 werden die Löhne und Gehälter um 2 Prozent erhöht.
Die Auszubildenden erhalten eine Pauschale von 50 Euro für das Jahr 2009. Ab Januar 2010 folgen Erhöhungen um 2 Prozent.


Eine Verkürzung der Arbeitszeit um bis zu sieben Stunden pro Woche auf bis zu 28 Stunden kann zur Vermeidung betriebsbedingter Kündigungen vereinbart werden. Dabei erfolgen gestaffelte Zuzahlungen bis zur Höhe des 1,75-fachen eines Stundenlohns.


Der Tarifvertrag hat eine Laufzeit von 17 Monaten. Er gilt vom 1. April 2009 bis zum 31. August 2010.

 

Olivier Höbel, Bezirksleiter der IG Metall in Berlin-Brandenburg-Sachsen: "Wir haben einen tragfähigen Kompromiss in einer wirtschaftlich schwierigen Lage erreicht. Beim Geld ist das Ergebnis hart an der Schmerzgrenze, bei der Beschäftigungssicherung haben wir einen Erfolg erzielt. Mit dem Abschluss legen wir den Grundstein dafür, dass auch zukünftig Ältere zu aktzeptablen Bedingungen früher aus dem Arbeitsleben ausscheiden können und Jüngere eine bessere berufliche Perspektive erhalten."

 

Die Tarifkommission hat ausführlich in den Betrieben beraten und dem erzielten Kompromiss in den Abendstunden zugestimmt.