10. Januar 2011 - Optimistischer Start: Umfrage der IG Metall zur wirtschaftlichen Lage, Einkommen und Beschäftigung

  • 10.01.2011
  • ew

Die wirtschaftliche Lage in der Metall- und Elektroindustrie in Berlin, Brandenburg und Sachsen entwickelt sich positiv. Dies belegt eine aktuelle Umfrage unter Betriebsräten aus 131 tarifgebundenen Unternehmen mit knapp 75.000 Beschäftigten der Branche.

Demnach geht es mehr als 84 Prozent der Betriebe spürbar besser. 39 Prozent haben das Auslastungsniveau aus dem Spitzenjahr 2008 fast wieder erreicht. Nur 11 Prozent der Befragten geben an, dass noch Kurzarbeit erforderlich sei.

 

„Die Beschäftigten wollen am Aufschwung teilhaben, die prekäre Beschäftgung muss deutlich weniger werden, und die junge Generation braucht eine gute  Perspektive. Das bewegt unsere Mitglieder, und dafür machen wir in Kürze in den Betrieben mobil“, sagte Olivier Höbel, Bezirksleiter der IG Metall Berlin-Brandenburg-Sachsen.

 

Laut Umfrage ziehen 36 Prozent der Betriebe die bereits vereinbarte tarifliche  Entgelterhöhung um 2,7 Prozent schon zum 1. Februar 2011 vor. Die Betriebsräte von weiteren 25 Prozent der Firmen haben dies als Forderung auf den Tisch der Geschäftsleitung gelegt oder konnten das Problem  in Form von Bonuszahlungen regeln. Für 35 Prozent der Betriebe bleibt es bei der vereinbarten Tariferhöhung zum 1. April 2011.

In zwei Drittel (67 Prozent) der befragten Firmen erwarten die Betriebsräte Neueinstellungen. Allerdings gehen 26 Prozent davon aus, dass dies nur befristet erfolgt. 12 Prozent rechnen damit, dass die Neuen Leiharbeitskräfte sein werden. Derzeit sind in vier von fünf Betrieben Leiharbeiter beschäftigt (79 Prozent). In einem Drittel der Unternehmen ihr Anteil bezogen auf die Stammbelegschaft 10 Prozent und mehr.

In jedem zweiten dieser Unternehmen (49 Prozent) haben Betriebsräte für Leiharbeitskräfte bei Bezahlung und sozialen Leistungen bessere Bedingungen durchgesetzt, als sie vom Entleiher vorgesehen waren.