14. Dezember 2009: Sondierungsgespräche der Tarifparteien in der Metall- und Elektroindustrie - IG Metall will Beschäftigung sichern und Chanchen für Auszubildende verbessern

  • 11.12.2009
  • ew

Berlin – IG Metall und Arbeitgeberverband haben am heutigen Freitag über Maßnahmen zur Beschäftigungssicherung in der Metall- und Elektroindustrie in Berlin und Brandenburg beraten.

 

Neben dem Erhalt der Arbeitsplätze über 2009 hinaus verfolgt die IG Metall in den Gesprächen das Ziel, die Anzahl der Ausbildungsplätze und die Übernahme der Auszubildenden zu sichern.

 

Olivier Höbel, Bezirksleiter der IG Metall in Berlin, Brandenburg und Sachsen, betonte, dass vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und des drohenden Fachkräftemangels in der ostdeutschen Industrie rechtzeitig reagiert werden müsse. „Betriebe, die ihre Beschäftigten mit guten tariflichen Entgelten an das Unternehmen binden, Ausbildungsplätze schaffen und jungen Ausgebildeten eine Beschäftigungsperspektive bieten, werden gestärkt aus der Krise hervorgehen.“, erklärte Olivier Höbel.

 

Die IG Metall schlägt ein Programm zur Beschäftigungssicherung vor:

1.      Die Kurzarbeit muss in vollem Umfang von 24 bzw. 18 Monaten ausgeschöpft werden, um Entlassungen in 2010 zu vermeiden.

2.      Ist die Kurzarbeit voll ausgeschöpft, kann die Anwendung des Tarifvertrags Beschäftigungssicherung Entlassungen verhindern. Der Tarifvertrag sieht eine Reduzierung der Arbeitszeit auf bis zu 30 Stunden (West) bzw. 33 Stunden (Ost) ohne Entgeltausgleich vor. Eine weitergehende Absenkung der Arbeitszeit ist denkbar, erfordert aber einen Teillohnausgleich.

3.      Die Altersteilzeitquote von vier Prozent soll befristet erhöht werden.

4.      Die Anzahl der Ausbildungsplätze und die Übernahme der Ausgebildeten sind abzusichern. Ein Stipendienprogramm soll Übernahme und Weiterbildung kombinieren. Nach einem Jahr Berufspraxis könnten junge Menschen eine zweijährige Technikerausbildung mit finanzieller Unterstützung der Arbeitgeber absolvieren. Hinzu könnten staatliche Mittel von bis zu 1.100 Euro aus dem „Bundesprogramm zur Finanzierung von Aufstiegsfortbildung“ kommen.

5.   Der Einsatz von Leiharbeitsbeschäftigten muss begrenzt und der Grundsatz von „Equal Pay“ eingehalten werden.

 

Die Tarifparteien für die sächsische Metall- und Elektrondustrie führen ein erstes Sondierungsgespräch am Dienstag, den 15. Dezember 2009, in Dresden.