15. März 2007: Erste Tarifverhandlungen für die Metall- und Elektroindustrie in Berlin und Brandenburg

  • 15.03.2007
  • ew

Die IG Metall fordert für die rund 92.000 Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie in Berlin und Brandenburg 6,5 Prozent mehr Entgelt und Ausbildungsvergütungen ab 1. April 2007 bei einer Laufzeit von zwölf Monaten.

 

Die ersten Tarifverhandlungen mit dem Arbeitgeberverband VME finden am 16. März im Hotel Maritim, Stauffenbergstr. 26, 10785 Berlin, Salon 16 (Riga) um 9.00 Uhr statt.

 

 „Unsere Mitglieder erwarten eine kräftige und vor allem tabellenwirksame Tariferhöhung. Unsere Forderungen sind bezahlbar, volkswirtschaftlich sinnvoll und sozial gerechtfertigt“,  erklärte der Bezirksleiter der IG Metall in Berlin-Brandenburg-Sachsen, Olivier Höbel.

 

Er erteilte den Ankündigungen der Arbeitgeberseite, die Arbeitnehmer mit einem „Konjunkturbonus angemessen beteiligen zu wollen“, eine klare Absage. Es gäbe weder eine „Einmal-Produktivität“ noch eine „Einmal-Inflation“, sagte Höbel.

 

Der gesamtwirtschaftlich kostenneutrale Verteilungsspielraum aus Inflation und Produktivitätsanstieg, auf den sich die Forderungsempfehlung der IG Metall stütze, betrage für 2007 4,1 Prozent. Dabei gehe die IG Metall von einem Anstieg der Produktivität von 1,8 Prozent und 2,3 Prozent bei den Verbraucherpreisen aus. Die Produktivitätsentwicklung und die Ertragsaussichten in der Metall- und Elektroindustrie in Berlin und Brandenburg seien noch günstiger, sagte Höbel, hier betrage der verteilungsneutrale Spielraum 6,5 Prozent.

 

„Der schwache Binnenmarkt braucht Impulse. Die Einkommen als wichtige Komponente der Nachfrage müssen daher deutlich steigen“, fordert Höbel.

 

Die Wettbewerbsposition und die Exportkraft entwickeln sich außerordentlich gut. Seit Jahren seien Lohnquoten und Lohnstückkosten in der ostdeutschen Metall- und Elektroindustrie rückläufig.