20. März 2012: Metall-Tarifverhandlung für Sachsen vertagt

  • 27.03.2012
  • Aktuelles

Ohne ein Angebot der Arbeitgeber endete heute in Radebeul bei Dresden nach rund einer Stunde die erste Tarifverhandlung für die rund 160.000 Beschäftigten in der sächsischen Metall- und Elektroindustrie. Schwerpunkt der ersten Verhandlung war die Forderung nach unbefristeter Übernahme der Ausgebildeten.

Die IG Metall-Forderung besteht aus drei Elementen: 6,5 Prozent höhere Einkommen, mehr Mitbestimmung der Betriebsräte beim Einsatz von Leiharbeit und der unbefristeten Übernahme der Ausgebildeten.

Mit einer Parodie auf ein Internetvideo von Gesamtmetall, das die unbefristete Übernahme mit Zwangsheirat gleichsetzt, führte die IG Metall Jugend vor dem Verhandlungslokal jubelnd und freudig eine Hochzeit auf und bekräftigte die Forderung nach unbefristeter Übernahme in ein Arbeitsverhältnis.

Nach den Verhandlungen sagte Olivier Höbel, IG Metall-Bezirksleiter in Berlin, Brandenburg und Sachsen: „Gerade in Sachsen brauchen wir verbindliche Beschäftigungsperspektiven für junge Menschen. Sie wollen nach ihrer Ausbildung ihr Leben hier organisieren und erwarten dazu eine unbefristete Beschäftigung. Die Metall- und Elektroindustrie steht als Leitbranche in der Pflicht, feste Jobs für die Jugend in der Region anzubieten. Die unbefristete Übernahme der Ausgebildeten ist ein hervorragendes Mittel, um Fachkräfte für die Unternehmen zu gewinnen und dauerhaft im Betrieb zu halten, denn Fachkräfte fallen nicht vom Himmel.“

Die wirtschaftliche Entwicklung sowie alle realwirtschaftlichen Fakten zeigen auch für 2012 ein weiteres Wachstum. Die IG Metall sieht deutlichen Spielraum für Entgelterhöhungen und ihren Anspruch gut begründet.

Am 5. April 2012 werden Tarifverhandlungen in Leipzig mit dem VSME fortgeführt. Die Friedenspflicht in der Metall- und Elektroindustrie endet am 28. April 2012 um 24:00 Uhr, danach sind Warnstreiks möglich.