21. März 2012: IG Metall kritisiert fehlende Bodenhaftung des Metallarbeitgeberverbandes VSME in Sachsen

  • 27.03.2012
  • Aktuelles

Die IG Metall kritisiert den sächsischen Metallarbeitgeberverband VSME für sein eigenwilliges Verhältnis zu seiner Rolle als Tarifvertragspartei.

In Sachsen erleben wir gerade ein bizarres Possenspiel des VSME, der seine eigene Rolle in den Tarifverhandlungen nur als ritualisiertes Schauspiel versteht, anstatt auf die Bedürfnisse nach Gerechtigkeit und Sicherheit der Beschäftigten einzugehen.“ sagte OlivierHöbel, IG Metall-Bezirksleiter und Verhandlungsführer.

„Die Arbeitgeberseite brachte zum Ausdruck, dass für sie die Tarifverhandlung kein Ort verantwortlicher Politikgestaltung sei. Wir halten so eine Einstellung für unverantwortlich,“ sagte Höbel.

Während die Tarifverhandlungen in Berlin wenige Tage zuvor 25 betriebliche Unternehmensvertreter begleiteten, nahm aus Sachsen kein einziger betrieblicher Vertreter der Arbeitgeberseite teil.

IG Metall-Bezirksleiter OlivierHöbel übte scharfe Kritik an den Arbeitgebern. Vor den Teilnehmern der Tarifkommission in Radebeul sagte er am Dienstag nach den Verhandlungen: „Es zeugt von wenig Respekt gegenüber den Beschäftigten, die in den Betrieben sehr lang diskutierten Themen am Verhandlungstisch einfach als überflüssig zu bezeichnen. Offensichtlich fehlt dem Verband die erforderliche Bodenhaftung für die aktuellen Herausforderung. Die demografische Entwicklung mit rückläufigen Schulabgängerzahlen zwingt zum schnellen Handeln. Wer in fünf Jahren gut ausgebildete Fachkräfte mit Erfahrung braucht, muss jetzt die Weichen in den Unternehmen stellen und konkrete Perspektiven für die Jugend anbieten, anstatt ideologische Nebelkerzen abzubrennen.“

Viele Arbeitgeber stellen sich den aktuellen Herausforderung und erarbeiten direkt mit der IG Metall Lösungen. Rund 60 Unternehmen haben direkt mit der IG Metall eine Tarifbindung. Zusätzlich sind große Unternehmen wie VW Sachsen im Arbeitgeberverband VME in Berlin-Brandenburg tarifgebunden.

Weitere Unternehmen in Sachsen orientieren sich an den IG Metall-Tarifen. Im Ergebnis profitieren rund 75 Prozent aller Beschäftigten in der Metall- und Elektroindustrie in Sachsen von Tarifverträgen mit der IG Metall.