21. März 2013: Metallindustrie Berlin-Brandenburg: Kein Angebot der Arbeitgeber - Tarifverhandlung vertagt

  • 21.03.2013
  • Aktuelles

Ohne jede Annäherung endete heute in Berlin bereits nach nur 75 Minuten die erste Tarifverhandlung für die rund 100.000 Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie für Berlin und Brandenburg. Die IG Metall fordert 5,5 Prozent höhere Einkommen für die Dauer von zwölf Monaten und hatte dies ausführlich begründet. Die Arbeitgeber legten kein Angebot vor.

Vor Beginn der Verhandlung verliehen über 200 Teilnehmer der Forderung nach 5,5 Prozent mehr Geld lautstark Nachdruck. Olivier Höbel, Bezirksleiter und IG Metall-Verhandlungsführer sagte auf der Kundgebung: „Unsere Forderung passt gut in die Landschaft. Wir stärken durch ordentliche Einkommenserhöhungen die Kaufkraft von über 100.000 Menschen und deren Familien hier in der Region. Das sichert die Nachfrage und sorgt für wirtschaftlichen Aufschwung und stabile sowie fair bezahlte Arbeitsplätze.“

Die Metall- und Elektroindustrie stehe in der Pflicht, den von den Beschäftigten erarbeiteten Anteil am Erfolg zu honorieren. „Die tatsächliche Lage sei zudem besser als die Laune mäkelnder Wirtschaftsvertreter“, so Höbel.

Die wirtschaftlichen Kennzahlen stehen auf Wachstum. Die Gewinne der Dax-Firmen haben deutlich zugelegt. In den M+E-Unternehmen betrug im letzten Jahr die Nettorendite 3,9 % oder 37,1 Mrd. Euro. Stiege das Einkommen der Beschäftigten um 5,5 % macht das 8,8 Mrd. Euro. Höbel: „Während an den Aktienmärkten bereits wieder Sektlaune herrscht, sollen die Arbeitnehmer maßhalten. Das lassen wir den Arbeitgebern nicht durchgehen."

Am 24. April 2013,14:00 Uhr, werden die Tarifverhandlungen beim Arbeitgeberverband VME am Schillertheater in Berlin fortgeführt.

Die Friedenspflicht in der Metall- und Elektroindustrie endet am 30. April 2013 um 24:00 Uhr, danach sind Warnstreiks möglich.