21. November 2013: IG Metall: Koalition muss Spaltung in Ost-West beenden

  • 25.11.2013
  • Aktuelles

Die IG Metall-Bezirksleitung Berlin-Brandenburg-Sachsen erwartet von der kommenden Bundesregierung eine Beseitigung der Diskriminierung ostdeutscher Beschäftigter in ihrer Erwerbsarbeit und im Alter. 23 Jahre nach der Wiedervereinigung müsse entschieden gegen das im Osten höhere Altersarmutsrisiko vorgegangen werden. Ein einheitlicher Mindestlohn in Ost und West sei dabei unverzichtbar.

IG Metall-Bezirksleiter Höbel warnte auch vor den wirtschaftlichen Folgen weiterer Verwerfungen auf dem Arbeitsmarkt. Zügellose Leiharbeit und Werkverträge seien jetzt schon ein Armutsrisiko, das sich für die Gesellschaft doppelt räche. „Die geringeren Verdienste und zerrissene Erwerbsbiografien in Ostdeutschland verhindern eine auskömmliche Rente im Alter und zwingen bereits heute viele Betroffene zur Aufstockung durch die Allgemeinheit. Die Keimzelle der drohenden Altersarmut der Menschen sind tariflose Unternehmen mit schlechten Arbeitnehmereinkommen. Noch folgenschwerer ist der Fortzug junger Menschen, die berufliche Chancen suchen und den Unternehmen für die weitere wirtschaftliche Entwicklung hierzulande fehlen.“, sagte Höbel.

Die IG Metall verurteilt scharf die soziale Verantwortungslosigkeit vieler nicht tarifgebundener Unternehmer, die auf Kosten schlecht bezahlter Beschäftigter einen fairen Wettbewerb zerstören. „Arbeit hat ihren Wert und somit ihren Preis. Tarif- und Mindestlöhne sind keine unverbindliche Lohnempfehlung, für die es in Ostdeutschland auch noch Rabatt geben darf.“, kritisiert IG Metall-Bezirksleiter Höbel.

Die kommende Bundesregierung müsse sich durch entschlossenes Handeln für gute Arbeit einsetzen. „Tarifdumping durch Werkvertrag muss ein wirksamer Riegel vorgeschoben werden. Beim Einsatz von Werkvertragsbeschäftigten brauchen Betriebsräte endlich eine verbindliche Mitbestimmung.“, so Höbel.