22. Oktober 2012: IG Metall-Bezirksleiter Höbel verurteilt Schließung von Bombardier in Aachen - Politik muss Weichen für Zukunft der Bahnindustrie stellen

  • 22.10.2012
  • Aktuelles

IG Metall-Bezirksleiter Olivier Höbel kritisiert den in Berlin ansässigen Bahnhersteller Bombardier Transportation für dessen beabsichtigte Schließung seines Aachener Werkes und den geplanten Abbau von rund 400 Beschäftigten und rund 200 Leiharbeitern. Dem Management wirft Höbel übereilte Entscheidungen vor.

 

„Es ist völlig unakzeptabel, eine politische Entscheidung über ein Werk zu verkünden ohne mit den Arbeitnehmern über Alternativen und Perspektiven zu verhandeln“, sagte Olivier Höbel. Dem Erhalt der Arbeitsplätze und Standorte im Unternehmen müsse gerade in schwierigen Zeiten volle Kraft gewidmet werden. Für die Beschäftigten in Aachen ist die Unternehmensentscheidung ein doppelter Schlag ins Gesicht: Sie sollen jetzt vor die Tür gesetzt werden, obwohl sie zum Erhalt der Arbeitsplätze bereits 2010 auf Sonderzahlungen verzichtet hatten und täglich länger arbeiteten. Darüber hinaus wurden damals bereits rund 150 Arbeitsplätze gestrichen.

 

„Dem Unternehmen stehen bewährte gesetzliche und tarifliche Instrumente zur Verfügung, die jederzeit mit der IG Metall und dem Betriebsrat als Schutzschirme aufgespannt werden können. Damit gewinnen wir Zeit für weiterführende Konzepte“, sagte Höbel.

 

Um auf krisenhafte Situationen wie bei Bombardier reagieren zu können, erwartet die IG Metall von der Bundesregierung die erneute Aktivierung des Krisenmodus der Kurzarbeiter-Regelung mit verlängerter Bezugsdauer.

 

Die deutsche Bahnindustrie mit Bombardier und anderen Herstellern nimmt eine weltweite Führungsstellung in der Branche ein. Ihr technischer Vorsprung darf nicht durch chronische Unterfinanzierung des Schienenverkehrssektors verspielt werden. „Die Politik ist gefordert, die Führungsposition der Bahnindustrie im internationalen Leitmarkt auch im eigenen Land zu stabilisieren und auszubauen“, sagte Höbel.