Gemeinsame Pressemitteilung von VSME und IG Metall

22. September 2015: Tarifvereinbarung in der sächsischen M+E-Industrie ermöglicht Migranten die Vorbereitung auf betriebliche Ausbildung

  • 22.09.2015
  • lj
  • Aktuelles

Die Tarifparteien der sächsischen Metall- und Elektroindustrie wollen die Integration von Migranten in den Arbeitsmarkt unterstützen. Dazu haben der Verband der Sächsischen Metall- und Elektroindustrie e.V. (VSME) und die IG Metall Bezirksleitung Berlin-Brandenburg-Sachsen vereinbart, dass der Tarifvertrag Förderjahr, der bisher für nicht ausbildungsreife Jugendliche galt, ab sofort auch für jugendliche Migranten geöffnet wird.

Ziel ist es, den jugendlichen Migranten durch entsprechende Unterstützungs- und Fördermaßnahmen Ausbildungs- und Beschäftigungsperspektiven in der M+E-Industrie zu bieten. Dies ist nach Ansicht der Tarifparteien am besten zu erreichen durch eine gezielte Förderung der persönlichen und fachlichen Stärken des Einzelnen, die sich an den Anforderungen des Arbeits-, Leistungs- und Sozialverhaltens im betrieblichen Alltag orientieren.

„Die Unternehmen sind grundsätzlich bereit, die Menschen, die ein Bleiberecht haben, bei der Integration in den Arbeitsmarkt zu unterstützen. Der Tarifvertrag ist ein sinnvolles Instrument, damit Migranten Fachkenntnisse und Sozialkompetenzen entwickeln können. Voraussetzung dafür ist aber, dass der Staat einen vernünftigen Ordnungsrahmen setzt, der für die Flüchtlinge geregelte und zügige Verfahren ermöglicht. Nur so haben sie und auch die Firmen die notwendige Planungs-sicherheit für eine berufliche Perspektive“, sagte VSME-Präsident Bodo Finger.

„Wir wollen die Integration von Flüchtlingen durch Qualifizierung ermöglichen und ihnen einen Zugang zum Arbeitsmarkt und zu berufsbezogenem Sprachunterricht in Sachsen geben. Wir eröffnen ihnen gute Perspektiven mit Sicherheit am Arbeitsmarkt, indem wir sie fit für die Ausbildung oder den Berufseintritt machen. Die Wirtschaft kann vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und einer steigenden Nachfrage nach Fachkräften jetzt einen wichtigen Beitrag für die Branche leisten, indem sie die brachliegenden Potentiale nutzen. Dafür haben wir den »Tarifvertrag Förderjahr« mit den Arbeitgebern erweitert", sagte Olivier Höbel, IG Metall-Bezirksleiter für Berlin, Brandenburg, Sachsen.