24. Mai 2013: Tarifverhandlung im Kfz-Handwerk stocken - Arbeitgeberangebot vergrößert Lohnabstand zu West

  • 24.05.2013
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Leipzig/Berlin. Die zweite Tarifverhandlung in Leipzig für das Kfz-Handwerk in den Ländern Berlin, Brandenburg und Sachsen ging in den Abendstunden des 23. Juni trotz zehnstündiger Verhandlung erneut ohne Ergebnis zu Ende. Die Arbeitgeber legten ein Angebot vor, dass nach zwei Nullmonaten ab dem kommenden Juli 2,6 Prozent und ab dem 1. August 2014 weitere 2,4 Prozent vorsieht. Die Gesamtlaufzeit solle 26 Monaten betragen. Bei den Ausbildungsvergütungen zeigten sich die Arbeitgeber beweglich, jedoch ohne eine konkrete Vereinbarung zu treffen. Die IG Metall lehnte das Lösungspaket ab, da es den bestehenden Abstand zu Bayern erheblich vergrößere anstatt durch Strukturanpassungen zu verringern.

IG Metall Verhandlungsführer Peter Friedrich begrüßte die Einlassung der Arbeitgeber, künftig höhere Ausbildungsvergütungen zahlen zu wollen, kritisierte jedoch die Arbeitgeber bei den Geselleneinkommen und deren Abstände zum westdeutschen Niveau. "Trotz der Kfz-Tarifeinigung gestern in Bayern bleiben die Arbeitgeber hierzulande deutlich hinter den Erfordernissen in unserer Region zurück. Sie vergrößern damit die Kluft der Einkommen zu Westdeutschland und vertreiben mögliche Berufseinsteiger. Das ist ein Schlag ins Gesicht aller Handwerker im ostdeutschen Kfz-Gewerbe und so für uns nicht akzeptabel“, so Friedrich.

Die IG Metall fordert 5,5 Prozent mehr Geld, die überproportionale Erhöhung der Azubi-Vergütungen sowie eine Strukturanpassung zur Angleichung an die Westtarife. Am 22. Mai einigen sich in Bayern die Tarifpartner im Kfz-Handwerk auf zwei Einkommenserhöhungen von jeweils 2,8 Prozent ab Juli 2013 und ab August 2014 mit einer Laufzeit von insgesamt zwei Jahren.

Als nächster Verhandlungstermin wurde der 25. Juni 2013 vereinbart.