24. September 2013: Automobilindustrie in Ostdeutschland muss vollwertige Wertschöpfungskette anbieten

  • 25.09.2013
  • Aktuelles

Rund 50 Betriebsräte und ExpertInnen der Automobil- und Zulieferindustrie trafen sich heute zur zweiten IG Metall-Fachkonferenz für die ostdeutsche Automobilindustrie in Dresden. Themen waren die Nachhaltigkeit der Produktionskonzepte und der Ausbau der Mitwirkungsrechte der Betriebsräte sowie bessere Einflussmöglichkeiten für die mehr als 173 000 Menschen in der ostdeutschen Automobilindustrie. Mit einem Umsatz von 37 Mrd. Euro ist sie mit ihren Zulieferern und Dienstleistern eine industrielle Schlüsselbranche der ostdeutschen Industrie.

Kritisch diskutierten die TeilnehmerInnen zu geringe betriebliche Forschungs- und Entwicklungskapazitäten an den Produktionsstandorten in Ostdeutschland. Das gelte für OEMs, wie für die Zulieferer und industrielle Dienstleister.

IG Metall-Bezirksleiter Oliver Höbel sagte: „Die Weiterentwicklung der Nationalen Plattform Elektromobilität muss gerade hier in Ostdeutschland mit den Kompetenzen der Produktionsstandorte verknüpft werden. Die hohe staatliche Forschungsförderung muss sich deshalb hierzulande messbar als langfristig beschäftigungswirksame F&E-Aktivität in der gesamten Wertschöpfungskette niederschlagen.“

Für die IG Metall erfordere die Herstellung von Premiumautomobilen zudem gute und tarifliche Bezahlung und bestmögliche Arbeitsbedingungen für alle Beschäftigen in der gesamten automobilen Wertschöpfungskette. Ohne Unterschiede zwischen Ost und West.

„Automobile Produktionskonzepte, die gezielt den Einsatz von Leiharbeit, Werk- und Dienstleistungsverträgen zur Absenkung der Einkommens- und Arbeitsbedingungen organisieren, lassen wir nicht durchgehen. Statt auf kurzfristige Lohndumpingstrategien in der Wertschöpfungskette zu setzen, sollten die Unternehmen zusammen mit den Beschäftigten und ihren Interessenvertretungen eine langfristige und nachhaltige Personalpolitik betreiben. Von der Politik erwarten wir eine Neujustierung der demokratischen Spielregeln im Betrieb, die den heutigen Herausforderungen gewachsen sind. Ein fragmentiertes Arbeitsmodell mit Niedriglohn und Altersarmut ist kein Zukunftskonzept für die Automobilindustrie.“ sagte Höbel.

ARBEIT: SICHER UND FAIR! steht für die IG Metall als Leitbild für humane Arbeit und demokratische Gestaltung im Betrieb, in der es soziale Innovationsfaktoren zu erschließen gilt. IG Metall-Bezirksleiter Olivier Höbel erwartet von der Automobilindustrie eine „Führungsrolle im Engagement für gute Arbeit“. So müsse auf kommende Altersstrukturen mit Ausstiegsperspektiven sowie der Vereinbarkeit von Arbeit und Privatleben und verstärkter Ausbildung reagiert werden.