25. Januar 2010: Arbeitgeber ignorieren Fachkräftemangel - IG Metall fordert Modernisierung des Tarifvertrages

  • 25.01.2011
  • ew

Die öffentliche Diskussion und auch die Praxis in den Betrieben hat sich in den letzten Jahren gedreht. Galt lange Zeit die Unterbietung der Westentgelte und Arbeitszeiten geradezu als chic, kommen die Vertreter dieser Strategie seit geraumer Zeit im Rahmen der Diskussion um den Fachkräftemangel in Erklärungsnöte.

 

Tatsächlich ist die Situation zwiespältig: Abwanderung und niedrige Geburtenraten nach der Wende haben das Reservoir an Fachkräften in den letzten Jahren zunehmend reduziert. Dennoch ist die Arbeitslosigkeit weiterhin doppelt so hoch wie in vielen Regionen Westdeutschlands, viele Arbeitgeber setzen immer noch auf niedrige Löhne und wollen von Mitbestimmung nichts wissen. Wenn sich daran nichts ändert, läuft das Land Sachsen Gefahr, im Wettbewerb mit anderen Regionen um Fachkräfte abgehängt zu werden.

 

Die Tarifkommission der IG Metall für die sächsische Metall- und Elektroindustrie tagt am Donnerstag, den 27. Januar 2011, von 10:00 bis 16:00 Uhr im Gewerkschaftshaus Dresden, Schützenplatz 14, 01067 Dresden.

 

Als Gesprächspartner stehen Ihnen Olivier Höbel, Bezirksleiter der IG Metall Berlin-Brandenburg-Sachsen und Klaus Heimann, Bildungsexperte des IG Metall Vorstandes, zur Verfügung.

 

Die IG Metall fordert mehr Bildungsinvestitionen, tarifliche Regelungen zur

Fachkräftesicherung und zur Förderung der Ausbildungsfähigkeit Jugendlicher.

 

Die IG Metall will den tariflichen Anspruch auf Übernahme von

Ausgebildeten nach Qualifizierungszeiten oder sozialen Diensten sichern und Regelungen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf durchsetzen.

 

Im Gegensatz zu vielen westdeutschen Arbeitgeberverbänden hat die sächsische Metall- und Elektroindustrie bislang Tarifverträge zur Gestaltung des demografischen Wandels abgelehnt.

 

Die IG Metall wird daher die Arbeits- und Lebensbedingungen der jungen Beschäftigten im Rahmen ihrer Kampagne „Kurswechsel für ein gutes Leben“ auf betrieblicher und gesellschaftlicher Ebene zum Topthema im nächsten Jahr machen.