25. Januar 2013: Tarifkommission des Kfz-Handwerks beschließt Kündigung der Tarifverträge

  • 28.01.2013
  • Aktuelles

Die IG Metall Tarifkommission für das Kfz-Handwerk in den Ländern Berlin, Brandenburg und Sachsen hat heute in Berlin die Kündigung der laufenden Tarifverträge für Löhne, Gehälter und Ausbildungsvergütungen zum 30. April 2013 beschlossen. Über die Höhe der Tarifforderung wird die Tarifkommission erst kurz vor dem Auslaufen der Tarifverträge am 18. April 2013 beraten.

Für die IG Metall steht die Kfz-Branche vor sehr großen Herausforderungen, ihre qualifizierten Fachkräfte zu halten und ihren Nachwuchs für die Zukunft nachhaltig zu sichern. Das monatliche Einkommen liegt in Brandenburg rund 160 Euro unter dem Berliner Niveau. In Sachsen beträgt der Abstand zum nahen Bayern rund 140 Euro, während die Kunden die gleichen Verrechnungssätze in den Werkstätten in Sachsen, Brandenburg oder Berlin bezahlen.

 

„Fachkräfte mit fundierter Kenntnis über Elektroantriebe werden in den Werkstätten überlebenswichtig, wenn sie sich die Unternehmen am Markt behaupten wollen. Gute Einkommen werden insbesondere in Ostdeutschland hierbei eine entscheidende Rolle spielen“, sagte Peter Friedrich, Verhandlungsführer der IG Metall Bezirksleitung Berlin-Brandenburg-Sachsen.

Von einem Neuabschluss der Tarifverträge profitieren rund 37.000 Beschäftigte in 3.400 Betrieben, davon ein knappes Drittel durch direkte Tarifbindung der Arbeitgeber, die sich in der „Tarifgemeinschaft Mitteldeutsches Kraftfahrzeuggewerbe“ (TG MDK) zusammengeschlossen haben. Die übrigen Kfz-Betriebe orientieren sich an den Tarifergebnissen der Branche.

Der letzte Tarifabschluss im Juni 2012 wurde von zweiwöchigen Warnstreiks begleitet, an denen sich über 1.000 Beschäftigte aus 23 Autohäusern und Kfz-Werkstätten beteiligten. Im Ergebnis stiegen die Einkommen um vier Prozent und die Ausbildungsvergütungen zwischen 35 und 40 Euro pro Monat. Erstmalig gab es eine Verpflichtung zur befristeten Übernahme der Ausgebildeten von sechs Monaten.