26. Februar 2013: Tarifverhandlung für ostdeutsche Textilindustrie vertagt

  • 27.02.2013
  • Aktuelles

Die erste Tarifverhandlung für die rund 16.000 Beschäftigten in der ostdeutschen Textilwirtschaft endete am 25. Februar in Chemnitz ergebnislos. Die IG Metall fordert fünf Prozent mehr Geld für zwölf Monate. Die Arbeitgeber wiesen die Forderung als "völlig überzogen“ zurück, waren aber nicht bereit ein eigenes Angebot vorzulegen.

In der ostdeutschen Textil-Tarifrunde hat die IG Metall den Arbeitgebern ausführlich die Forderungen vorgetragen und begründet. Neben höheren Einkommen geht es um eine unbefristete Übernahme von Ausgebildeten sowie einen Tarifvertrag zur Altersteilzeit.

"Die Arbeitgeber haben auf unsere Forderung nach fünf Prozent mehr Geld absolut unzureichend reagiert. Die Textilbranche wird auch im Jahr 2013 in einem tragfähigen wirtschaftlichen Fahrwasser stehen. Die Beschäftigten haben ein deutliches Plus verdient", erklärte Michael Jung, der für die IG Metall die Verhandlungen führt.

Die IG Metall wertet die Textilwirtschaft in Ostdeutschland als eine Zukunftsbranche, die im globalen Wettbewerb nur mit Know-how und sehr guter Arbeit bestehen könne. Die Arbeitnehmer seien hoch flexibel und leisten in den Betrieben bei schwierigen Arbeitsbedingungen herausragende Arbeit. 

„Leider hat die ostdeutsche Textilindustrie die rote Laterne im Tarifvergleich. Sie wird unter diesen Bedingungen nicht als Zukunftsbranche bestehen können. Schon heute machen die jungen Beschäftigten einen weiten Bogen um die Branche, Ingenieure und Entwickler sind kaum noch zu bekommen. Das können sich die Arbeitgeber nicht lange leisten“, sagte Jung.

Mit dem Auslaufen der Tarifverträge am 31. März 2013 endet auch die Friedenspflicht. Ein zweiter Verhandlungstermin ist für den 12. März in Zwickau vereinbart.