29. März 2007: Ostdeutsche Industrie mit Rekordzuwachs im Jahr 2006

  • 29.03.2007
  • mn

Ostdeutsche Industrie mit Rekordzuwachs im Jahr 2006 -

Lohnvorteile gegenüber den alten Ländern !

Die heute veröffentlichten Daten der volkswirtschaftlichen
Gesamtrechnung sind positive Nachrichten für Ostdeutschland. Sie bestätigen gleichzeitig die IG Metall in ihrer Forderung nach einer Erhöhung der Löhne und Gehälter um 6,5 Prozent.

Im Jahr 2006 legte die ostdeutsche Industrie um glatte zehn
Prozent zu. Sie wuchs damit doppelt so stark wie die westdeutsche Industrie. Alle Indikatoren sprechen dafür, dass 2007 ein ähnlich erfolgreiches Jahr wird. 

Die Produktivität in der ostdeutschen Industrie ist im vergangenen Jahr um 9,1 Prozent angestiegen und liegt im Ost-West-Vergleich jetzt über 80 Prozent des westdeutschen Niveaus.

„Die Unternehmen müssen jetzt die hervorragende Konjunktur nutzen und in mehr Beschäftigung und Ausbildung investieren, damit die Wettbewerbsfähigkeit der ostdeutschen
Industrie auch in Zukunft gesichert ist“,
erklärte Olivier Höbel Bezirksleiter der IG Metall Berlin-Brandenburg-Sachsen. „In der Tarifrunde werden wir den gerechten Anteil der Beschäftigten am Boom der ostdeutschen Industrie durchsetzen.“

Die Lohnstückkosten sinken weiter und lagen 2006 im Ost-West-Vergleich fast 15 Prozent unter dem westdeutschen Niveau (exakt bei 85,7 Prozent). Der mittlerweile deutliche Lohnkostenvorteil in der ostdeutschen Industrie ist in der Realität vergleichbarer Betriebe noch stärker, denn der hier ausgewiesene Wert berücksichtigt nicht die geringeren Betriebsgrößen im Osten, die den Durchschnitt der Pro-Kopf-Produktivität drücken.  

In der Gesamtwirtschaft sind die Lohnstückkosten inzwischen ausgeglichen. Für Vergleiche der Leistungsfähigkeit ist allerdings die sektorale Betrachtung noch aussagekräftiger.

Das gesamtwirtschaftliche Wachstum Ostdeutschlands hat auch davon profitiert, dass die Bauwirtschaft nach zehn Minusjahren in Folge erstmals wieder gewachsen ist. Unter den ostdeutschen Ländern liegen Sachsen und Thüringen deutlich vorn.  Aber auch in Brandenburg und Berlin hat sich die Lage deutlich verbessert, in Berlin gab es erstmals seit dem Jahr 2000 spürbares Wachstum (1,9 Prozent). 

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