Pressemitteilung vom 4. Juni 2019

3. Tarifverhandlung für Kfz-Handwerker in Berlin, Brandenburg und Sachsen: keine Einigung

  • 04.06.2019
  • kk
  • Pressemitteilung

Der Tarifkonflikt im Kraftfahrzeughandwerk spitzt sich weiter zu. Nachdem die Verhandlung mit den Arbeitgebern auch in dritter Runde am 3. Juni in Leipzig keine Einigung brachte, sind Warnstreiks unausweichlich geworden, um den IG Metall-Forderungen mehr Nachdruck zu verleihen. In Berlin, Brandenburg und Sachsen sind am Dienstag und Mittwoch, 4. und 5. Juni, mehrere hundert Beschäftigte aus Kfz-Betrieben zu Aktionstagen aufgerufen.

Vor dem Verhandlungslokal in Leipzig bekräftigten Verhandlungskommission und Beschäftigte, dass sie geschlossen hinter der Forderung der IG Metall stehen. Foto: Wolfgang Zeyen

Trotz bester Auslastung der Werkstätten und guter Geschäfte in den Autohäusern boten die Arbeitgeber nur das inzwischen bundesweit bekannte Magerangebot mit einer langen Vertragsdauer an: 2,3 Prozent im ersten und 2 Prozent im zweiten Jahr. Das ist deutlich weniger als in der vorigen Tarifrunde, die den Beschäftigten 5,8 Prozent mehr Geld bescherte. Den Auszubildenden wollen die Arbeitgeber – trotz großer Nachwuchssorgen – nur 30 Euro zugestehen.

Die IG Metall fordert gegenüber der „Tarifgemeinschaft Mitteldeutsches Kraftfahrzeuggewerbe“ (TG MDK) für die Beschäftigten im Kfz-Handwerk 5 Prozent mehr Geld für zwölf Monate sowie 60 Euro mehr für die Auszubildenden. Zusätzlich soll der monatliche Einkommensunterschied von 182 Euro zwischen den Brandenburger Beschäftigten gegenüber Berlin beseitigt werden.
Das Kfz-Handwerk leidet unter drastischer Abwanderung in die Industrie. Jeder zweite Betrieb beklagt einen starken Fachkräftemangel. Aber die Arbeitgeber ignorieren hartnäckig die Ursache für das Dilemma: Die Einkommen sind deutlich zu gering und damit nicht mehr auf der Höhe der Zeit.

„Unsere Antwort an die Arbeitgeber sind Warnstreiks! Unsere Forderung von 5 Prozent mehr Einkommen und mindestens 60 Euro mehr für die Auszubildenden ist gerecht, fair und dringend nötig. Die Arbeitgeber müssen schnellstens umsteuern und die jungen Menschen ernst nehmen. Die Beschäftigten im Kfz-Handwerk haben ein Anrecht auf Teilhabe am wirtschaftlichen Erfolg der Unternehmen“, sagt Bodo Grzonka, IG Metall-Verhandlungsführer im Bezirk Berlin-Brandenburg-Sachsen.
Eine Lösung zur Anpassung der Brandenburger Einkommen an die Tabellenwerte von Berlin ist währenddessen in greifbare Nähe gerückt. Mit jeder Tariferhöhung soll künftig1 Prozent zusätzlich gezahlt werden.
Eine Gesamteinigung könnte in der nächsten Tarifverhandlung möglich sein. Diese findet am 14. Juni in Berlin-Schönefeld statt.


Hintergrund:
Die IG Metall verhandelt mit der „Tarifgemeinschaft Mitteldeutsches Kraftfahrzeuggewerbe“ (TG MDK), in der sich vor allem die großen Betriebe, jedoch weniger als ein Drittel aller Betriebe, durch direkte Tarifbindung angeschlossen haben. Von einem Neuabschluss der Tarifverträge könnten dennoch rund 37.000 Beschäftigte in 3.400 Betrieben profitieren, da sich diese Kfz-Betriebe an den Tarifergebnissen der Branche orientieren.
Die Friedenspflicht endete bereits am 30. April. Warnstreiks sind jetzt möglich.
 

Für Rückfragen: Bodo Grzonka, 0170 333 35 60