30. März 2007: Zweite Tarifverhandlung für die sächsische Metall- und Elektroindustrie

  • 30.03.2007
  • mn

Zweite Tarifverhandlung für die sächsische Metall- und Elektroindustrie

IG Metall lehnt Angebot der Arbeitgeber ab

Dresden – Die zweite Tarifverhandlung für die 136.000 Beschäftigten der sächsichen Metall- und Elektroindustrie ist am heutigen Freitag ohne Ergebnis beendet worden.

„Das vorliegende Angebot ist indiskutabel und erschwert eine schnelle Verhandlungslösung. Bei einer erwarteten Inflationsrate 2007 von 2,3 Prozent bieten die Arbeitgeber eine Reallohnerhöhung von 0,2 Prozent. Angesichts der Arbeitsleistung der Belegschaften ist dies eine Frechheit. Unsere Mitglieder erwarten eine kräftige und vor allem tabellenwirksame Tariferhöhung“, erklärte Olivier Höbel, Bezirksleiter der
IG Metall in Berlin-Brandenburg-Sachsen.

Er erteilte dem Vorschlag, die Arbeitnehmer mit einem einmaligen Konjunkturbonus beteiligen zu wollen, eine klare Absage. Es gäbe weder eine „Einmal-Produktivität“ noch eine „Einmal-Inflation“, sagte Höbel.

Die Arbeitgeber haben eine geringe tabellenwirksame Entgelterhöhung von 2,5 Prozent und einen Konjunkturbonus von 0,5 Prozent angeboten, sowie die Variabilisierung des Weihnachtsgeldes vorgeschlagen.

Die führenden Forschungsinstitute haben ihre Wachstumsprognosen für 2007 auf bis zu 2,8 Prozent nach oben korrigiert.

Die gestern veröffentlichten Daten der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung bestätigen die IG Metall in ihrer Forderung nach einer Entgelterhöhung von 6,5 Prozent.

Im Jahr 2006 legte die ostdeutsche Industrie um glatte zehn Prozent zu. Sie wuchs damit doppelt so stark wie die westdeutsche Industrie. Alle Indikatoren sprechen dafür, dass 2007 ein ähnlich erfolgreiches Jahr wird. 

Die Produktivität in der ostdeutschen Industrie ist im vergangenen Jahr um 9,1 Prozent angestiegen und liegt im Ost-West-Vergleich jetzt über 80 Prozent des westdeutschen Niveaus.

Die Lohnstückkosten sinken weiter und lagen 2006 im Ost-West-Vergleich fast 15 Prozent unter dem westdeutschen Niveau (exakt bei 85,7 Prozent). Der mittlerweile deutliche Lohnkostenvorteil in der ostdeutschen Industrie ist in der Realität vergleichbarer Betriebe noch stärker, denn der hier ausgewiesene Wert berücksichtigt nicht die geringeren Betriebsgrößen im Osten, die den Durchschnitt der Pro-Kopf-Produktivität drücken.

Die Verhandlung wurde vertagt. Ein neuer Termin wird noch vereinbart.