4. Oktober 2012: IG Metall kritisiert zunehmende prekäre Beschäftigung und fordert Entgeltgleichheit für Frauen

  • 04.10.2012
  • Aktuelles

Die IG Metall in Berlin, Brandenburg und Sachsen fordert von Unternehmen und Politik, gegen die deutlich schlechtere Bezahlung von Frauen aktiv vorzugehen. „Dass hierzulande Frauen bei gleicher Tätigkeit bereits seit über 15 Jahren immer noch 22 Prozent weniger Einkommen als Männer erhalten, ist ein völlig inakzeptabler Zustand. Deutschland ist damit Negativ-Spitzenreiter unter den westlichen EU-Staaten“, sagte Olivier Höbel, IG Metall-Bezirksleiter in Berlin.Im EU-Vergleich befindet sich Deutschland damit auf Rang 24 – obwohl die Bundesregierung sich im EU-Rahmen verpflichtet hat, die Entgeltlücke bis 2010 auf 15 Prozent und im Jahr 2020 auf zehn Prozent zu senken.

Leiharbeit und Fremdvergabe durch Werkverträge sowie zwangsweise Teilzeit und dauerhafte Befristungen nehme den Menschen ihre Perspektive auf Teilhabe und den Glauben an Gerechtigkeit. Verantwortlich ist vor allem die Zunahme prekärer Beschäftigung, die sich als arbeitsmarktpolitischer Irrweg und rentenpolitisches Desaster herausstellt. „Die Ordnung auf dem Arbeitsmarkt ist bereits so nachhaltig zerstört, dass sich die Folgen zu einer demokratiefeindlichen Legitimationskrise der Politik und der Wirtschaft entwickeln.“, so Höbel.

Die IG Metall Berlin-Brandenburg-Sachsen nutzt den „Welttag für menschenwürdige Arbeit“, um am morgigen Freitag, 5. Oktober, in vielen Betrieben und Städten gegen die Zunahme der prekären Beschäftigung und gegen die Unordnung auf dem Arbeitsmarkt zu protestieren. Hierzu werden Flugblätter verteilt, Transparente und Schilder vor Betrieben und auf Plätzen angebracht. Zudem ist in Berlin bei Mercedes und Otis geplant, gezielt die Arbeitnehmer von Fremdfirmen (Werkverträgen) durch IG Metall-Vertrauensleute anzusprechen und sie zur Betriebsratsgründung zu beraten. Ein „Sklavenmarkt“ in Großräschen und eine Veranstaltung in Cottbus auf dem Altmarkt unter dem Motto: „Zukunft für unsere Region – Ein Herz für Azubis“ sind zusätzlich geplant.