Statement

Hans-Joachim Porst

Betriebsratsvorsitzender, Mahle Motorkomponenten Roßwein

"Wenn in einer Partnerschaft beide in Schichten arbeiten, sieht man sich kaum noch. Mehr Flexibilität und weniger Stunden fördern auch den Zusammenhalt in den Familien."

"Arbeitszeit ist nicht alles. Mir persönlich liegt mehr daran, mich mit meiner Familie und meinen Freunden in meiner Freizeit zu treffen. 35 Stunden Arbeitszeit in der Woche sind reichlich bemessen. Wenn das duale Schichtsystem ordentlich verteilt ist, können wir eine ordentliche Lösung finden, denn wir sind personell gut aufgestellt. Das Unternehmen geht nicht pleite, wenn das Unternehmen die Arbeitszeit bei vollem Lohnausgleich senkt. Wir sind maschinell sehr gut aufgestellt mit unseren Schmiedeanlagen. In Deutschland werden die Automobilkonzerne, wie auch Mahle, neu strukturiert - weg vom Verbrennungsmotor und es wird demnächst auf E-Mobilität gesetzt.

Schauen wir mal, was in 5 bis 8 Jahren passiert. Wir sind alle alt genug, um zu überlegen, wie lange es noch einen Verbrennungsmotor geben wird. Ich denke, Elektromobilität wird die richtige Lösung für sein. In einem Verbrennungsmotor werden 1.200 bis 1.400 Teile verbaut, beim Elektromotor sind es 200 bis 250 Teile. Also ist es absehbar, dass in Automobilkonzernen Personal abgebaut wird. Die 35-Stunden-Woche bringt mehr Zusammenhalt in der gesamten Familien. Wenn beide Ehepartner in Schichten arbeiten, bekommt man sich kaum noch zusehen und von Ehe und Familienleben kann man da kaum noch sprechen. Eltern wollen für ihre Kinder da. Eltern wollen am Wochenende etwas mit ihren Kindern unternehmen."

Im Werk werden von 134 Beschäftigten Pleulstangen und Ausgleichwellen hergestellt.