Statement

Peter Schulz

Betriebsrat IAV Chemnitz

"Mobiles Arbeiten darf nicht entgrenzt sein! Wir müssen auch "Nein" sagen können - und einmal nicht erreichbar sein. Es braucht klare Grenzen, um zu verhindern, dass wir ausbrennen."

"Wir fordern konkrete Regelungen und eine Begrenzung von Flexibilität. Wir müssen mobil und flexibel arbeiten, weil es vom Kunden gefordert wird. Wir sind zum Beispiel viel auf Erprobung unterwegs. Zwar liefern wir fertige Pakete ab, werden dabei aber trotzdem vom Kunden aufgefordert diverse Änderungen schnell einzupflegen und zu prüfen.

Wenn wir Prüfstände automatisch betreiben, haben wir Rufbereitschaft, die teilweise auch erfordert, dass man in die Firma kommt. Die Erreichbarkeit wird über Handys gewährleistet. Hierfür benötigen wir Regelungen, die klare Grenzen setzen, damit der Mitarbeiter auch einmal nicht erreichbar sein kann.
Wir fordern die Einhaltung der Grenzen des Arbeitszeitgesetzes. Das heißt: Maximal 40 Stunden über der Normalarbeitszeit im Monat! Der Beschäftigte muss die Möglichkeit haben, "Nein" zu sagen. Beim mobilen Arbeiten und der Erreichbarkeit muss es auch Zeiten geben, in denen Schluss damit ist.

Wer immer "Ja" sagt, brennt aus und ist irgendwann am Ende.

Wir haben bereits Fälle von Burn-Out. Kollegen haben wegen der dauernden Erreichbarkeit keine Zeit mehr, sich zu erholen. Darunter leidet auch die Familie. Von innen sieht ein Hamsterrad zwar aus wie eine Karriereleiter, ist aber keine!"

IAV bietet Entwicklungsdienstleistungen rund um das ganze Fahrzeug an. Das heißt nicht nur Fahrzeugentwicklung in ihrer Gesamtbreite selbst, sondern auch angrenzende Themen wie car2x, autonomes Fahren usw. sind Tätigkeitsfelder von IAV. 6500 Beschäftigte in Deutschland. IAV ist tarifgebunden. Wir haben einen Haustarifvertrag mit der IG Metall und als Besonderheit einen Tarifvertrag für Studierende, der einen betrieblichen Gesamtrahmen in den unterschiedlichen Phasen der akademischen Ausbildung darstellt.