Statement

Daniel Pfeifer

stellvertretender Betriebsvorsitzender bei Koenig & Bauer in Radebeul

"Wir brauchen eine Nachfolge-Regelung für unsere Arbeitszeitkonten. Es kann nicht sein, dass nur der Arbeitgeber flexibel auf Auftragsflauten reagieren kann."

"Arbeitszeit ist uns wichtig. Die Frage ist, wie die Arbeitszeit verteilt ist. Sie sollte so verteilt werden, dass vor allen Dingen die Beschäftigten über ihre geleistete Mehrarbeit verfügen können. Wir haben eine Vereinbarung, in der Arbeitszeitkonten geregelt werden. Über die Arbeitszeitkonten sollen nicht nur die Arbeitgeber verfügen, sondern verstärkt auch die Kolleginnen und Kollegen. Derzeit habe ich 35,7 Stunden Plus auf meinem Konto, aber es gibt Kollegen, die mehr Überstunden haben. Von unserem Arbeitgeber werden keine Zeiten gekappt, aber das Konto wird "bei betrieblicher Notwendigkeit" immer weiter aufgebaut. Das kann nicht die Regel sein. Wenn das Arbeitszeitkonto abgebaut wird, passiert dies oft einseitig vom Arbeitgeber. Dann wird gesagt: "Diese Woche ist wenig zu tun, da wird Zeit abgesetzt."
Das muss anders geregelt werden. Es muss mehr Flexibilität für die Arbeitnehmer geben, unsere Kolleginnen und Kollegen müssen stärker Zugriff auf das Konto haben, um sagen zu können: "Heute habe ich private Termine. Ich brauche die Zeit für mich." Im Moment ist unser Rahmen bei 200 Plusstunden und 40 Minusstunden in großen Teilen der gewerblichen Bereiche. Mit der Auswirkung, dass die Konten mit 200 Plusstunden in Zeiten mit viel Arbeit sehr schnell hochgefahren werden. Das ist schwierig für die Kollegen. Es sind Überstunden, die nicht voll mit Überstundenzuschlägen bezahlt werden. Ich denke, die Grenzen an der Stelle sind zu weit geöffnet. Es muss deutlich enger gefasst werden. Für unsere Kolleginnen und Kollegen, beispielsweise aus der Konstruktion, Forschung und Entwicklung und aus den kaufmännischen Bereichen haben wir bereits Arbeitszeitkonten mit einem Spielraum von +/- 40 Stunden vereinbaren können.
Koenig & Bauer Standort Radebeul besteht aus vier einzelnen Gesellschaften. Rund 1.600 Beschäftigte und rund 100 Auszubildende insgesamt am Standort."

Die Koenig und Bauer AG ist mit 200 Jahren der älteste Druckmaschinenhersteller der Welt. Weitere Produktionsstandorten beispielsweise in Deutschland, Österreich, Tschechische Republik, Italien, USA, Spanien. In Radebeul werden die Bogenoffsetdruckmaschinen vor allem für den Verpackungsdruck konstruiert, gefertigt, montiert und weltweit vertrieben.
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