Tarif/Holzindustrie

Erneut Streik im Sägewerk Klenk in Baruth

  • 24.05.2016
  • md
  • Aktuelles, Tarif, Holz und Kunststoff

Die Beschäftigten des Sägewerks der Klenk Holz AG in Baruth sind am Dienstagmittag erneut in den Streik für einen Tarifvertrag getreten. IG Metall-Bezirksleiter Olivier Höbel übte scharfe Kritik an der Carlyle Group, die das einstige Familienunternehmen seit 2013 führt. Die Carlyle Group "weist auf seiner Homepage auf die soziale Verantwortung hin“, so Olivier Höbel. Ein Tarifvertrag stehe für soziale Gerechtigkeit und Verantwortung.

Foto: Christian von Polentz / transitfoto.de

"Daher fordern wir das Unternehmen auf, zurück an den Verhandlungstisch zu kommen." Anstatt Behauptungen über hohe Löhne für die Beschäftigten zu verbreiten, sollten die Eigner mit der IG Metall einen Vertrag abschließen, "der Sicherheit für alle Beteiligten bringt."

 

Seit eineinhalb Jahren setzen sich die Beschäftigte der Klenk Holz AG in Baruth für einen Tarifvertrag ein. Zähe Verhandlungen, drei Warnstreiks und ein 48-Stunden-Streik reichten bisher offenbar nicht aus, um die Geschäftsführung von der Wiederaufnahme der Verhandlungen zu überzeugen. 1996 hatte das damalige Familienunternehmen Klenk das Unternehmen Arbor Holz in Baruth übernommen und einen Standort in Ostdeutschland aufgebaut. Das Unternehmen wurde 2013 von der Carlyle Group übernommen, eine weltweit agierende Beteiligungsgesellschaft, die auch als Schattenbank tituliert wird. Nach der Übernahme gab es einen massiven Personalabbau am Firmensitz in Baden-Württemberg und weitere Sparmaßnahmen.
 
Die derzeit 315 Beschäftigten von Klenk in Baruth verdienen drei bis vier Euro weniger in der Stunde als ihre Kolleginnen und Kollegen in Oberrot. Sie erhalten kein Weihnachts- und Urlaubsgeld. In Baruth wird 40 Stunden in der Woche gearbeitet.
 
Die Beschäftigten sind sauer und bereit, weiter zu streiken, um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen. Nach der Urabstimmung Anfang Mai, in der 89 Prozent der IG Metall-Mitglieder für einen Streik gestimmt hatten, ist der Weg frei auch für einen unbefristeten Streik.


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