Tischlerhandwerk: Nicht weiter am Einkommen sägen!

  • 10.11.2014
  • bg
  • Aktuelles, Holz und Kunststoff, Handwerk

Die IG Metall verhandelt derzeit für die rund 32.000 Beschäftigten des Holz- und Kunststoff verarbeitenden Handwerks (Tischlerhandwerk) in Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Sachsen über eine Einkommensanpassung. Die IG Metall fordert eine Erhöhung der Entgelte und Ausbildungsvergütungen um 5,4 Prozent für die Laufzeit von 12 Monaten.

Am 24. Oktober 2014 trennten sich nach dreistündiger Verhandlung die Tarifparteien ohne ein Ergebnis. Weitere Verhandlungen haben die Arbeitgeber ins nächste Jahr verschoben.

 

Für die IG Metall unterstrich Verhandlungsführer Markus Plagmann: "Die wirtschaftliche Situation im Holz- und Kunststoff verarbeitenden Handwerk – auch in Ostdeutschland – kann sich seit mehreren Jahren sehen lassen. 90 Prozent aller Betriebe blicken positiv zurück und haben ebenso gute Zukunftsaussichten."  Hierbei müssen die Einkommen allerdings auch Schritt halten.

 

Die aktuelle Bestandsaufnahme zeigt: Die Bilanzen der Arbeitgeber sind hervorragend. Denn die Wirtschaftsdaten für Tischler und Schreiner sind derzeit so gut, wie seit der großen Krise in der Branche 2006/07 nicht mehr. Die Bewertungen der IG Metall werden dabei von den Wirtschafts- und Kreditinstituten sowie und den Handwerksverbänden gestützt.

 

Abgekoppelt vom diesem guten Trend sind die Einkommen der Beschäftigten im Osten. Die Arbeitgeber zahlen pro Stunde ein Eckentgelt lediglich 11,25 Euro pro Stunde. In Baden-Württemberg liegt der Stundenverdienst bei 14,52 Euro und in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen/Bremen, Hamburg und Schleswig-Holstein bei aktuell 14,89 Euro.

 

Die Forderung von 5,4 Prozent bedeutet eine Erhöhung mit Augenmaß und trägt der Entwicklung seit 2011 Rechnung. Dennoch machten die Arbeitgeber kein Angebot. Mit vielen Worten wurde nichts gesagt und die Forderung einfach abgelehnt. Trotz Aufforderung blieben die Arbeitgeber eine Begründung schuldig. Sie wollten Ruhe im guten Weihnachtsgeschäft, war eine recht unkultivierte Antwort, die zugleich die Ablehnung weiterer Verhandlungen in diesem Jahr unterstreichen sollte. Terminvorschläge für November und Dezember wurden kommentarlos ignoriert.

 

Für die IG Metall ist klar: Wenn die Arbeitgeber die Abwanderungen von qualifizierten Facharbeitern aus unseren Regionen aufhalten wollen, müssen sie sich fair verhalten und dürfen eine angemessene Entwicklung der Entgelte der Tischler nicht weiter verhindern.


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