Tarifrunde Metall- und Elektroindustrie 2022

7 bis 8 Prozent mehr Geld: IG Metall-Vorstand empfiehlt Forderung

  • 20.06.2022
  • kk
  • Aktuelles, Metall-/Elektro

7 bis 8 Prozent mehr Geld und eine Laufzeit von 12 Monaten: Der IG Metall-Vorstand empfiehlt mit dieser Forderung in die Tarifrunde der Metall- und Elektroindustrie zu gehen. Die regionalen Tarifkommissionen beschließen darüber am 30. Juni, ehe der IG Metall-Vorstand die Forderung am 11. Juli endgültig verabschiedet. Die Verhandlungen in den einzelnen Tarifgebieten starten Mitte September.

Der IG Metall-Vorstand begründet seine Forderungsempfehlung mit den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Nach einem Einbruch im März sind die Erwartungen der Unternehmen mit Blick auf Produktion, Beschäftigung und Export im Vergleich wieder angestiegen und stabil.

„Den Unternehmen geht es gut. Nicht gut geht es aber den Beschäftigten beim Blick auf Supermarkt- und Energierechnungen, sagt Jörg Hofmann, Erster Vorsitzender der IG Metall.“ Das gelte für die Jahre 2022 und 2023, die der jetzt zu findende Tarifabschluss berücksichtigen müsse. „Im Gegensatz zu Unternehmen können Beschäftigte gestiegene Preise nicht weitergeben. Auch angesichts der guten Auftrags- und Ertragslage ist eine ordentliche Erhöhung geboten, um über die Tarifpolitik einen Beitrag für gute Kaufkraft zu leisten“, so Hofmann.

Dauerhafte Entgelterhöhung und Entlastung nötig
Ganz wichtig aus Sicht der IG Metall: Die 7 bis 8 Prozent mehr Geld müssen dauerhaft in die Entgelttabellen eingehen. Das wollen auch die Beschäftigten, wie eine Umfrage der IG Metall in den Betrieben ergeben hat.

„Wir beweisen wiederholt Vernunft und Verantwortung. Die Beschäftigten haben nach vier Jahren wieder eine ordentliche Erhöhung ihrer Entgelttabellen verdient“, betont Hofmann. Zusätzlich fordert er weitere Entlastungen für die Beschäftigten von der Politik. „Darüber hinaus ist es Aufgabe der Politik, dass sie zugleich beim gewaltigen Problem der Preisanstiege steuernd eingreift. Wir können die aktuellen Teuerungsraten nicht allein über Tarifpolitik ausgleichen.“

Die letzte tabellenwirksame Erhöhung der Entgelte in der Metall- und Elektroindustrie gab es im April 2018. Seitdem ging es bei den Tarifverhandlungen vor allem um die Sicherung von Arbeitsplätzen in der Coronakrise und der Transformation. Der Krisen-Tarifabschluss 2021 beinhaltete neben einer Coronaprämie ein neues jährliches Transformationsgeld (Transformationsbaustein oder T-Geld). Dabei vereinbarten IG Metall und Arbeitgeber eine Laufzeit bis September 2022, so dass angesichts der damals herrschenden Unsicherheit für das Jahr 2022 noch eine Korrektur der Entgelte erfolgen kann. Somit steht in der Metall- und Elektroindustrie die Entgeltentwicklung 2022 und 2023 zur Verhandlung.

Arbeit ist da
Der Auftragsbestand der Metall- und Elektroindustrie hat mit durchschnittlich 6,1 Monaten Reichweite einen historischen Höchstwert erreicht. Eine Befragung der IG Metall unter Betriebsräten in mehr als 2400 Betrieben hat ergeben: Rund 84 Prozent beurteilen ihre Auftragslage als „gut“ oder „eher gut“, nur 2,6 Prozent als „schlecht“. 69 Prozent erwarten in den kommenden sechs Monaten eine gleichbleibende Auftragslage, 18 Prozent sogar eine bessere.


Ein Bremsklotz sind derzeit noch Engpässe in den Lieferketten, etwa bei den Halbleitern. Trotzdem sind die Betriebe gut ausgelastet: Zwei Drittel haben aktuell eine normale oder hohe Kapazitätsauslastung. Auch mit Blick auf die Ertragslage 2022 sind 70 Prozent der Betriebe optimistisch.
 

 


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