Tarifkommission Metall und Elektro

Dagegen halten: Tarifkommission bereitet besondere Tarifrunde vor

21.01.2026 | Attacken auf Arbeitnehmerrechte, immer dreistere Forderungen der Wirtschaftslobbyisten, Angriffe auf den Sozialstaat: Mit laustarkem Getöse und Krawall der Gegenseite starten die Vorbereitungen in die Tarifrunde der Metall- und Elektroindustrie. "Dies wird diesmal wirklich eine besondere Tarifrunde", stellte IG Metall-Bezirksleiter Jan Otto klar. "Sicher ist: Wir müssen dagegenhalten".

Die Vorbereitungen für die Tarifrunde Metall und Elektro laufen: Die Tarifkommissionen auf ihrer Sitzung in Schönefeld. (Bilder: IGM)

Wir müssen mit aller Kraft dagegen halten, wenn die andere Seite ihre Angriffe auf die Beschäftigten fortsetzt: IG Metall-Bezirksleiter Jan Otto.

Bei der Aussprache zur Lage in den Betrieben wurde deutlich: Die wirtschaftliche Situation bleibt schlecht. In vielen Werken ist die Stimmung düster, sorgen sich die Kolleginnen und Kollegen durch die miese Auftragslage um ihre Arbeitsplätze und sehen sich mit Zumutungen der Arbeitgeber konfrontiert. Aber zum vollständigen Bild gehört auch, dass es in einigen Betrieben richtig gut läuft. Von einem regelrechten Boom in ihren Unternehmen sprachen einzelne Tako-Mitglieder und berichteten von entsprechenden Erwartungen in der Belegschaft an die Tarifrunde. 

Die Aussichten für die gesamte Volkswirtschaft haben sich etwas aufgellt, berichtete Jan Otto, IG Metall-Bezirksleiter Berlin-Brandenburg-Sachsen. So gehen die Institute von einer leichten Konjunkturerholung in diesem Jahr aus - allerdings auf niedrigem Niveau.  Das geringe Wachstum kommt vor allem vom privaten Konsum und den Staatsausgaben. Die Investitionen tragen nur minimal zur Belebung bei, der Export bremst sogar aufgrund der schwächelnden Weltwirtschaft und dem Zoll-Wahnsinn von US-Präsident Donald Trump. Und vor allem: Die Industrie steckt in der Krise, die industrielle Wertschöpfung bleibt klar unter dem Vor-Corona-Niveau und der Beschäftigungsabbau hält an. 

Keine einfachen Bedingungen für eine erfolgreiche Tarifrunde. Umso mehr kommt es darauf an, im Herbst geschlossen und mit der vollen Kraft der Solidarität in die Auseinandersetzungen zu gehen, wie Jan Otto feststellte. Zugleich erinnerte er daran, dass die Konzerne über viele Jahre hinweg auch satte Gewinne und Renditen eingefahren haben. Zudem komme die IG Metall auch voran beim Drängen der Politik auf eine Kurskorrektur: Fortschritte gebe es beispielsweise bei der Förderung der Elektro-Mobilität oder dem Industriestrompreis, auch wenn da noch mehr kommen müsse. Und auch bei der Arbeitszeit waren wir erfolgreich: So gilt die 35 Stunden-Woche seit Anfang des Jahres unter anderem bei BMW in Leipzig, bei Rolls-Royce in Dahlewitz sowie in den sächsischen VW-Werken. 

Nach dem derzeitigen Zeitplan werden die Tarifkommissionen im September ihre Forderungsbeschlüsse treffen. Die Tarifverträge laufen am 31. Oktober aus. Damit endet die Friedenspflicht und Warnstreiks wären möglich. 

Von: ms

Immer auf dem laufenden bleiben