03.09.2025 | Von der üblichen Betriebsamkeit war an diesem Mittwochnachmittag am 3. September in den acht Hedin-Autohäuser- und -Werkstätten in Ostsachsen nichts zu merken – außer vor der Hedin-Niederlassung in Bautzen. Dort war richtig viel los. Der Grund: Rund 150 Kolleginnen und Kollegen hatten an allen Standorten zwischen 12 und 16 Uhr die Arbeit niedergelegt und sich vor der Hedin-Niederlassung in Bautzen zu einem gemeinsamen, zentralen Warnstreik versammelt. Mit der vierstündigen Arbeitsniederlegung erhöhten sie den Druck auf ihren Arbeitgeber, der seit Monaten jegliche Gespräche mit der IG Metall über einen Tarifvertrag verweigert.
Die Kolleginnen und Kollegen ließen sich auch von Störungsversuchen der Arbeitgeberseite nicht davon abhalten, unüberhörbar und unübersehbar für ihre berechtigten Interessen zu demonstrieren.
„Wir hoffen, der Arbeitgeber hat dieses klare Signal seiner Beschäftigten verstanden und setzt sich jetzt endlich mit uns an den Tisch, um mit uns über einen Tarifvertrag für die Kolleginnen und Kollegen zu verhandeln“, sagte Axel Drescher, Gewerkschaftssekretär der IG Metall Ostsachsen. „Unsere Kolleginnen und Kollegen wollen nicht länger von der Willkür und dem guten Willen ihres Arbeitgebers abhängig sein. Sie fordern eine rechtssichere Lösung, die es in puncto Entgelthöhe nur mit einem Tarifvertrag geben kann“, sagte Axel Drescher und stellte klar: „Die Beschäftigten hier bei Hedin in Ostsachsen haben es verdient, genauso wie ihre Kolleginnen und Kollegen an den Hedin-Standorten im Westen fair nach Tarif bezahlt zu werden.“
Der Arbeitgeber ist in Ostsachsen nicht tarifgebunden und will bisher nur mit dem Betriebsrat über betriebliche Regelungen für eventuell mehr Geld reden. Solche Regelungen zwischen Betriebsrat und Arbeitgeber sind jedoch nicht rechtssicher. Deshalb lehnen die Beschäftigten derartige Vereinbarungen ab.
Axel Drescher sendete eine klare Botschaft an die Arbeitgeberseite: „Die Hedin-Beschäftigten stehen ebenso entschlossen wie geschlossen hinter der IG Metall Ostsachsen und ihren Forderungen. Sie werden nicht lockerlassen, bis die Geschäftsführung zu Gesprächen über einen Tarifvertrag mit der IG Metall bereit ist.“ Drescher betonte, wie wichtig gute Tarifverträge für die Region sind. „Gute Arbeitsbedingungen binden Fachkräfte und ziehen weitere an“, so Drescher. „Davon profitieren wir alle.“
Die rund 260 Hedin-Beschäftigten in den acht ostsächsischen Autohäusern haben sich in den vergangenen Monaten zu großen Teilen in der IG Metall organisiert, um ihre berechtigten Interessen gemeinsam durchzusetzen.
Hintergrund: Während für die Beschäftigten in den tarifgebundenen Betrieben im nordostdeutschen Kfz-Gewerbe die Entgelte nach der Anfang Juni 2025 erzielten Einigung über einen neuen Tarifvertrag steigen, gehen die Kolleginnen und Kollegen in den acht Autohäusern von Hedin Automotive in Ostsachsen bisher leer aus. An sämtlichen Hedin-Standorten im Westen der Republik arbeiten alle Kolleginnen und Kollegen unter Tarifbedingungen.