Tarif Stahl Ost

Erster Warnstreiktag in der ostdeutschen Stahlindustrie: Fast 1000 Stahlarbeiter*innen legen Arbeit nieder

  • 02.06.2022
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  • Aktuelles, Stahl

Starker Start: Mit einer großen Beteiligung haben an diesem Donnerstag die ersten Warnstreiks in der Tarifrunde für die ostdeutsche Stahlindustrie begonnen. Fast 1000 Stahlarbeiter*innen legten am Morgen in Brandenburg und in Sachsen-Anhalt die Arbeit nieder. „Mit diesem starken Auftakt demonstrieren die Kolleginnen und Kollegen eindrucksvoll, dass die Forderung nach einer deutlichen Steigerung der Monatslöhne sehr ernst gemeint ist“, sagte Birgit Dietze, IG Metall-Bezirksleiterin und Verhandlungsführerin für Stahl Ost.

Gute Stimmung und gute Beteiligung in Eisenhüttenstadt beim ersten Warnstreik in der Tarifrunde 2022. (Bild: Volker Wartmann/IGM)

Super Stimmung bei den ersten Warnstreiks in der ostdeutschen Stahlindustrie in der aktuellen Tarifrunde. Und die klare Botschaft der Kolleginnen und Kollegen: Die Forderungen sind ernst gemeint. Wenn es die Arbeitgeber darauf anlegen, sind die Beschäftigten bereit, den Druck zu erhöhen. Die größte Aktion fand an diesem Donnerstag in Brandenburg vor den Toren von ArcelorMittal in Eisenhüttenstadt statt. Dort traten in der Frühschicht rund 700 Beschäftigte von sechs bis acht Uhr in den Warnstreik. Beteiligt waren Kolleginnen und Kollegen der sechs Betriebe ArcelorMittal Eisenhüttenstadt GmbH, Imperial CON-PRO, Vulkan Energiewirtschaft Oderbrücke, ArcelorMittal Recycling, ArcelorMittal Transport und ArcelorMittal Eisenhüttenstadt Forschungs- und Qualitätszentrum. In Sachsen-Anhalt legten rund 250 Beschäftigte von Ilsenburger Grobblech ebenfalls von sechs bis acht Uhr die Arbeit nieder.

Birgit Dietze, IG Metall Bezirksleiterin Berlin Brandenburg Sachsen, erklärte: „Mit ihrer Absage an dauerhafte Lohnerhöhungen haben die Arbeitgeber in den ersten beiden Verhandlungsrunden die Beschäftigten verärgert und nachhaltig auf den Plan gerufen. Die Beschäftigten der Stahlindustrie haben heute sehr deutlich gemacht, dass sie diese Blockadehaltung in der strukturellen Frage einer Entgelterhöhung nicht hinnehmen werden. Durch die Sonderkonjunktur der Stahlbranche fahren die Unternehmen hohe Gewinne ein. Den Kostenanstieg durch die Teuerung von Energie und anderen Rohstoffen geben sie in großen Teilen an ihre Kunden weiter. Die Beschäftigten dagegen trifft die hohe Inflation in voller Härte. In dieser Situation werden sie sich nicht mit einer Einmalzahlung zufriedengeben. Für die Kolleginnen und Kollegen ist kein Abschluss akzeptabel, mit dem die Monatslöhne auf dem derzeitigen Stand verharren.“

Holger Wachsmann, Geschäftsführer und Erster Bevollmächtiger der IG Metall Ostbrandenburg, betonte: „Die Stimmung war sehr gut beim Warnstreik in Eisenhüttenstadt. Die Leute haben Bock drauf. Wir werden nicht abweichen von unserer Forderung: 8,2 Prozent mehr Geld. Die Botschaft der Kolleginnen und Kollegen ist unmissverständlich: Sie wollen Prozente sehen und erwarten ein forderungsnahes Ergebnis. Wenn die Arbeitgeber ihre Haltung nicht ändern, haben sie eine mögliche, weitere Eskalation der Protestaktionen zu verantworten. Die Beschäftigten sind sehr entschlossen, ihre berechtigten Forderungen durchzusetzen.“

Zum Hintergrund: Die IG Metall fordert für die 8000 Beschäftigten der ostdeutschen Stahlindustrie eine Erhöhung der Monatsentgelte um 8,2 Prozent bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Die Arbeitgeber haben eine Einmalzahlung von 2100 Euro angeboten, aber keine Erhöhung der monatlichen Gehälter. Dieses Angebot weist die IG Metall als in Volumen und Struktur völlig unzureichend zurück. Die nächste Verhandlungsrunde in der ostdeutschen Stahlindustrie ist für den 13. Juni angesetzt.


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