Stahl-Tarifrunde

Stahlarbeitgeber legen kein Angebot vor

  • 09.11.2015
  • bg
  • Aktuelles, Stahl

Die erste Tarifverhandlung für die rund 8.000 Beschäftigten in der ostdeutschen Eisen- und Stahlindustrie endete am 5. November ohne ein Angebot der Arbeitgeber. Wir fordern fünf Prozent mehr Geld für zwölf Monate und eine Fortführung der Altersteilzeit sowie die Übernahme der Aufwendungen für die Fahrt zwischen Betrieb und Berufsschule für die Auszubildenden.

Ausführlich wurde die Forderungen durch die IG Metall-Verhandlungskommission begründet. Wir haben ein solides wirtschaftliches Umfeld und gehen von einer stabilen Situation in nächster Zukunft aus. Das Brutto-inlandsprodukt steigt um 1,8 Prozent und die Abnehmer sehen eine positive Entwicklung.

 

Fünf Prozent ist eine Forderung mit Augenmaß
Natürlich nehmen wir den Preisdruck wahr, doch die guten Ergebnisse und die hohe Auslastung sind nur durch die Flexibilität und Einsatzbereitschaft der Beschäftigten möglich gewesen. Olivier Höbel, IG Metall-Bezirksleiter in Berlin, Brandenburg und Sachsen und Verhandlungsführer für die Stahlindustrie sagte: "Unsere Forderung ist angesichts der Leistungen der Belegschaften gerechtfertigt und volkswirtschaftlich vernünftig. Im Wettbewerb um Fachkräfte sind gute tarifliche Einkommen gerade in Ostdeutschland ein wichtiger Trumpf. Altersteilzeit sichert sozial verträgliches Ausscheiden für die Älteren und ist die solidarische Brücke für den Einstieg der Jüngeren."


Insbesondere im Osten schlägt die Demografie durch. Bewerberzahlen gehen zurück, Facharbeiter wandern ab oder suchen ihre Chancen in der Metallindustrie. Nur mit guten Einkommen und guten Arbeitsbedingungen kann das gebremst werden. Auch die Altersteilzeit gehört dazu.

 

Stimmen aus der Kommission:
Tobias Nickel, ArcelorMittal Eisenhüttenstadt: „Die Reisekosten zur Berufsschule kostet die Auszubildenden jährlich eine Ausbildungs-vergütung. Bei immer älter werden Auszubildenden, die zum Teil schon Familie haben, ist das eine enorme Belastung.“


Volker Mittelstädt, Ilsenburger Grobblech: „Wir haben großen Handlungsdruck. Leute die gehen wollen finden schnell gute Arbeit. Die Arbeit im Stahl muss attraktiver werden. Das geht nur mit guter Entlohnung und Perspektiven für Alt und Jung.“

 

Uwe Jahn, Schmiedewerke Gröditz: „Die sozialen Bedingungen im Stahl sind ein Alleinstellungsmerkmal. Dazu gehören insbesondere gute Einkommen und Altersteilzeit."

 

Ein neuer Verhandlungstermin wurde noch nicht vereinbart.


Tarif

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