Westdeutsche Textil-Tarifrunde

IG Metall: Arbeitgeber der Textil- und Bekleidungsindustrie setzen in den Tarifverhandlungen auf Eskalation

  • 16.02.2017
  • igm/mp
  • Aktuelles, Textil

Die Tarifverhandlungen für die westdeutsche Textil- und Bekleidungsindustrie sind in der dritten Verhandlungsrunde nach 14 Stunden ohne Ergebnis beendet worden. "Die Arbeitgeber haben mit ihrer Blockadehaltung den Konflikt eskaliert und die Verhandlungen beendet", sagte der Verhandlungsführer der IG Metall, Manfred Menningen, am 16. Februar in Saarlouis.

"Die Beschäftigten der Branche haben eine faire Teilhabe am wirtschaftlichen Erfolg verdient und lassen sich nicht mit so niedrigen Erhöhungen und zu langen Laufzeiten abspeisen."

 

Die IG Metall fordert eine Entgelterhöhung von 4,5 Prozent für eine Laufzeit von 12 Monaten und eine verbesserte Altersteilzeitregelung mit einem Aufstockungsbetrag von 550 Euro. Zudem soll aus Sicht der IG Metall die Altersteilzeitquote von 2 auf 2,5 Prozent erhöht werden.

 

„Die Kolleginnen und Kollegen in Westberlin sind schwer enttäuscht und verstehen die Blockade nicht und beraten über begleitende Aktionen zur vierten Verhandlung“, sagte der zuständige Bezirkssekretär nach Gesprächen am Morgen. Unter Hochspannung beobachte man die Situation in der Textil- und Bekleidungsindustrie Ostdeutschlands, für die am 6. April die erste Verhandlung stattfindet.

 

„Wenn der Westen klemmt, müssen wir hier im Vorfeld die Aktionsfähigkeit noch stärker ausbauen und uns auf das Härteste vorbereiten“, sagte Markus Plagmann.

Die Arbeitgeber hatten zuletzt in den Verhandlungen einen Monat ohne Entgelterhöhung angeboten, danach drei Monate je 50 Euro Einmalzahlungen, ab dem 1. Juni 2017 eine Erhöhung von 2,1 Prozent und in einer zweiten Stufe zum 1. April 2018 eine Erhöhung von 2,1 Prozent bei einer Laufzeit von 25 Monaten. Eine wirkliche Verbesserung der Altersteilzeitregelung haben sie nicht angeboten. "Die Arbeitgeber waren nicht bereit, das Angebot weiter zu entwickeln und eine Lösung zu finden. Die zentrale Verhandlungskommission hat beschlossen, den Druck mit weiteren Warnstreiks auf die Unternehmen zu erhöhen", sagte Menningen.

Seit Ende der Friedenpflicht am 1. Februar haben über 14.000 Beschäftigte aus mehr als 130 Betrieben mit Arbeitsniederlegungen ihrer Forderung nach einer deutlichen Einkommenssteigerung und einer verbesserten Altersteilzeitregelung Nachdruck verliehen.

 

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