Bombardier - Standort Hennigsdorf - mit Berichterstattung

Beschäftigte wütend: Bombardier will 270 Arbeitsplätze am Standort Hennigsdorf abbauen

  • 26.02.2016
  • aw
  • Aktuelles, Bildergalerie, Metall-/Elektro, Betrieb, Bombardier

Der Zughersteller Bombardier hat am 26. Februar auf einer außerordentlichen Betriebsversammlung am Standort Hennigsdorf mit rund 2800 Beschäftigten den Abbau von 270 Arbeitsplätzen angekündigt. Auf der Betriebsversammlung reagierten die Beschäftigten bedrückt und wütend auf die Ankündigung der Arbeitsdirektorin Dr. Susanne Kortendick.

Fotos: Thomas Bußler

Viele Beschäftigte zeigten Unverständnis über die Abbau- und Restrukturierungspläne. „Personalabbau, die Schließung des Wagenkastenrohbaus, Verlagerung von Produktion und Engineering-Tätigkeiten oder gar die Reduzierung von Hennigsdorf auf einen Engineering-Standort löst keines der existenziellen Probleme des Unternehmens“, sagte der Betriebsratsvorsitzende Michael Wobst. „Im Gegenteil, Fehlentwicklungen werden damit weitergeführt und sogar verstärkt. Wir haben jetzt zwei Aufgaben vor uns: Den Protest und den Kampf um jeden Arbeitsplatz in Hennigsdorf einerseits und andererseits müssen wir Forderungen und Konzepte vorlegen, was sich im Unternehmen wirklich ändern muss, um endlich eine Zukunftsperspektive zu bekommen.“


Am 25. Februar hatte das Unternehmen die Streichung von insgesamt 930 Arbeitsplätzen in Görlitz und Bautzen verkündet. Insgesamt sollen 1.430 Arbeitsplätze an den Standorten in Deutschland abgebaut werden.


Thomas Häuseler, Ingenieur und IG Metall-Vertrauensmann sagte: „Ich bin jetzt viele Jahre hier. Wieder und wieder gab es Umstrukturierungen und Personalabbau. Dafür waren auch immer wieder Fehlentscheidungen im Management verantwortlich. Was jetzt wichtig ist: Wir müssen gemeinsam zusammenstehen, es kann jeden treffen.“


Rund 1500 Beschäftigte beteiligten sich spontan an der anschließenden Protestkundgebung. „Wir, die Auszubildenden, sind doch die Zukunft des Unternehmens“, sagte der stellvertretende Jugend- und Auszubildendenvertreter Marvin Fromm. „Immer wird uns gesagt, wir müssen sparen, auch an der Ausbildung. Jetzt wird auch noch Personalabbau angekündigt. Damit steht sicher auch unsere Übernahme nach der Ausbildung in Frage. In den letzten Tagen haben mir viele Auszubildende von Angst und Unsicherheit, ihre Zukunft betreffend, berichtet.“


Brandenburgs Wirtschaftsminister Albrecht Gerber (SPD) reagierte nach der Bekanntgabe der Zahlen: „Der Schienenverkehr erlebt eine beispiellose Renaissance. Berlin-Brandenburg zählt dabei zu den international führenden Standorten der Schienenverkehrstechnik mit über 100 Unternehmen und mehr als 20.000 Beschäftigten, davon 4700 im Schienenfahrzeugbau. Vor diesem Hintergrund ist es unverständlich, warum Bombardier in einem so attraktiven Umfeld Stellen in seinem Hennigsdorfer Werk abbauen will“, betonte er. „Zumal Bombardier hier ein Pfund hat, mit dem das Unternehmen richtig wuchern kann: die überaus kompetenten und hoch motivierten Mitarbeiter. Die Fachkräfte in Hennigsdorf leisten hervorragende Arbeit. Diesen Standortvorteil darf das Unternehmen nicht aufs Spiel setzen.“  Brandenburgs Regierung werde alle Möglichkeiten nutzen, damit dieser Standort auch als Produktionsstandort Zukunft habe, so Gerber. «Wenn Bombardier unsere Unterstützung braucht, stehen wir dafür bereit.»

 

Berichterstattung:

 

rbb Brandenburg aktuell am 26. Februar 2016

 

Berliner Zeitung am 26. Februar 2016

 

B.Z. am 26. Februar 2016

 

Tagesspiegel am 26. Februar 2016

 

Märkische Allgemeine am 26. Februar 2016


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