IG Metall Berlin-Brandenburg-Sachsen

IG Metall Berlin-Brandenburg-Sachsen gewinnt in den Betrieben Mitglieder hinzu

  • 26.01.2022
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  • Aktuelles

Die Zahl der IG Metall-Mitglieder ist in den Betrieben von Berlin-Brandenburg-Sachsen im vergangenen Jahr leicht auf 101 061 gestiegen. Dabei zahlte sich vor allem der historische Durchbruch bei der 35 Stunden-Woche in Ostdeutschland aus.

Warnstreik bei Mahle in Wustermark: Der Kampf für die Angleichung bildete auch 2021 einen Schwerpunkt. (Bild: Volker Wortmann)

Der IG Metall Berlin-Brandenburg-Sachsen ist es im vergangenen Jahr gelungen, die Zahl der Neueintritte auf rund 7850 zu erhöhen. Damit schlossen sich in der Region fast 1000 mehr Menschen der IG Metall an als 2020.  Insgesamt verzeichnete der Bezirk Ende Dezember knapp 147 000 Mitglieder. Diese Statistik berücksichtigt neben den IG Metallern in den Betrieben auch Erwerbslose, Rentner*innen und Studierende.

Nach mehr als drei Jahrzehnten fällt die Arbeitszeit-Mauer

Die Aufwärtsbewegung bei den betrieblichen Mitgliedern hängt eng zusammen mit den Erfolgen bei den Tarifkonflikten in zahlreichen Branchen: von der Stahlindustrie über die Automobil- und Zulieferindustrie, den Maschinenbau, die Kontraktlogistik oder das Handwerk bis hin zur Metall- und Elektroindustrie. Als „historisch“ bezeichnete Birgit Dietze, IG Metall-Bezirksleiterin Berlin-Brandenburg-Sachsen, den Tarifvertrag zur Ermöglichung der 35 Stunden-Woche in der Metall- und Elektroindustrie. In Berlin-Brandenburg-Sachsen erkämpften die Kolleginnen und Kollegen in einem außergewöhnlichen Arbeitskampf einen tariflichen Rahmen, um auf betrieblicher Ebene in jeweils passenden Geschwindigkeiten die Angleichung an die Arbeitszeiten im Westen zu vereinbaren. Dieses Modell wurde zum Vorbild für den ganzen Osten. „Mehr als drei Jahrzehnte haben die Arbeitgeber gegenüber den Beschäftigten in der ostdeutschen Metall- und Elektroindustrie diesen letzten Schritt hin zu gleichen Arbeitsbedingungen wie im Westen verweigert“, sagte Birgit Dietze. „Im vergangenen Jahr hat die IG Metall in Berlin, Brandenburg und Sachsen erste erfolgreiche Vereinbarungen auf den Weg gebracht und so erste Steine aus dieser Arbeitszeitmauer herausgebrochen. Das ist ein wichtiger Fortschritt für mehr Gerechtigkeit im gemeinsamen Deutschland.“

In vielen Betrieben ist der Weg zur 35 bereits klar abgesteckt 

Nach Sachsen-Anhalt übernahm kürzlich auch Thüringen diesen tariflichen Rahmen. In Berlin-Brandenburg-Sachsen füllt er sich längst mit Leben. Klar abgesteckt ist der Weg zur 35 Stunden-Woche durch Vereinbarungen beispielsweise bei Volkswagen Sachsen mit allen drei Standorten in Zwickau, Chemnitz und Dresden sowie dem VW Bildungsinstitut, bei BMW und Porsche in Leipzig, Mercedes in Ludwigsfelde, aber auch bei Unternehmen wie ZF Getriebe in Brandenburg an der Havel, SAS in Meerane, vosla, Otis oder Schindler. „Gerade bei den großen Autowerken im Bezirk Berlin-Brandenburg-Sachsen sind wir mit der Angleichung der Arbeitszeiten gut vorangekommen“, erklärte Dietze.

IG Metall: Beschäftigte bei Transformation der Industrie mitnehmen

In diesem Jahr werde die „35“ erneut einen Schwerpunkt für die IG Metall Berlin-Brandenburg-Sachsen bilden, kündigte Dietze an. „In zahlreichen weiteren Unternehmen stehen wir derzeit zusammen mit den Beschäftigten in Verhandlungen, um mit unserem tariflichen Rahmen die Angleichung voranzutreiben.“ Zudem stehen in diesem Jahr wichtige Tarifrunden an – von Textil Ost über Stahl bis hin zu Metall- und Elektroindustrie. Bei allen Aktivitäten werde die IG Metall Berlin-Brandenburg-Sachsen immer darauf achten, dass der grundlegende Wandel der Industrie durch Energie- und Antriebswende und Digitalisierung mit sozialem Fortschritt einhergeht, betonte Dietze. „Wir nehmen uns der großen Herausforderungen für die Autoindustrie, den Stahlsektor, den Maschinenbau und andere energieintensive und vom Strukturwandel betroffene Branchen an. Die IG Metall mischt sich aktiv und kraftvoll in den Transformationsprozess ein, damit die Beschäftigten auf diesem Weg mitgenommen werden. „Wir stehen für Sicherheit im Wandel“, so Dietze.


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