Tarifrunde Kfz-Handwerk

IG Metall fordert vier Prozent mehr Geld im Kfz-Handwerk

  • 09.04.2021
  • bg-tt
  • Aktuelles, Kfz

Vier Prozent mehr Geld, eine überproportionale Anhebung der Ausbildungsvergütungen sowie eine Laufzeit von zwölf Monaten: Mit dieser Forderung startet die IG Metall für die Beschäftigten im Kfz-Handwerk in die Tarifrunde 2021. Diese Empfehlung hat die regionale Tarifkommission dem Vorstand der IG Metall zur Beschlussfassung vorgelegt. Der aktuelle Tarifvertrag für die Kolleginnen und Kollegen in Berlin, Brandenburg und Sachsen endet am 31. Mai 2021.

Trotz Corona: Die Vorbereitungen für Aktionen in der Tarifrunde im Kfz-Handwerk laufen. Die Beschäftigten werden wie auch in der vorherigen Tarifrunde (Foto) für ihre Forderungen kämpfen. Dass das auch unter Coronabedingungen möglich ist, werden sie beweisen. Foto: Wolfgang Zeyen

„Die Forderung der IG Metall ist für die Beschäftigten ein Ausgleich für ihre enormen Leistungen in Kfz-Werkstätten und Autohäusern“, sagt Bodo Grzonka, Verhandlungsführer und für das Kfz-Handwerk zuständiger Gewerkschaftssekretär der IG Metall im Bezirk Berlin-Brandenburg-Sachsen. „Die Forderung ist gerecht und auch dringend erforderlich, um die Beschäftigten im Handwerk zu halten.“

Trotz Pandemie haben sich Umsatz und Erträge 2020 nahezu auf dem sehr guten Vorjahresniveau bewegt. Das belegen die aktuellen Zahlen für die Branche. „Durch die enormen Anstrengungen der Beschäftigten, der großzügigen Inanspruchnahme von Arbeitszeitkonten bis in Minusstunden und flexibler Kurzarbeit konnten die Geschäfte und der Kundenservice auf gutem Niveau weiterlaufen. Das zu erwartende wirtschaftliche Wachstum wird zusätzliche Leistungen erfordern. Das sind gewichtige Gründe für eine faire Teilhabe der Beschäftigten am Erfolg der Kfz-Branche“, so Grzonka.

Wichtig ist es zudem, dass die Branche auch für junge Menschen attraktiv bleibt. Denn das Kfz-Handwerk befindet sich in einem massiven Umbruch. Der einst beliebteste Beruf „Autoschrauber“ hat längst an Attraktivität verloren. Für junge Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen ist der Kfz-Mechatroniker immer weniger attraktiv. Der Fachkräftemangel trifft die Brache hart. Der Einkommensabstand zu Industriearbeitsplätzen von rund 1.000 Euro erzwingt ein Umsteuern. Derzeit wandert etwa ein Drittel der Ausgebildeten aus dem Handwerk in die Industrie ab, die insgesamt bessere Arbeitsbedingungen bietet.

Die IG Metall verhandelt mit der „Tarifgemeinschaft Mitteldeutsches Kraftfahrzeuggewerbe“ (TG MDK), der sich vor allem die großen Firmen und Niederlassungen, jedoch weniger als ein Drittel aller Betriebe, durch direkte Tarifbindung angeschlossen haben. Von einem Neuabschluss der Tarifverträge könnten dennoch rund 37.000 Beschäftigte in 3.400 Betrieben profitieren, da sich diese Kfz-Betriebe an den Tarifergebnissen der Branche orientieren.

Die im Handwerk üblicherweise zuständigen Kfz-Innungen haben vor einigen Jahren ihre Tarifpartnerschaft vollständig aufgeben. Bei der Vergabe öffentlicher Beschaffungsaufträge für die Fuhrparks gelten deshalb gesetzliche Mindeststandards.

Die erste Tarifverhandlung im Kfz-Handwerk ist für den 11. Mai 2021 geplant.

 


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