Tarife/Metall-Elektro

Zahl der Woche: 13 440 Metaller im Warnstreik – Aktionen gehen weiter

  • 12.01.2018
  • md
  • Aktuelles, Tarif, Metall-/Elektro, Arbeitszeit, Vereinbarkeit Familie und Beruf

In der ersten Warnstreikwoche haben 13 440 Metallerinnen und Metaller in Berlin, Brandenburg und Sachsen befristet die Arbeit niedergelegt. Allein am Freitag beteiligten sich über 4 600 Beschäftigte an den Aktionen. Diese werden in der kommenden Woche fortgesetzt – eine demonstrative Unterstützung für die Ziele der IG Metall in der dritten Verhandlungsrunde, die am 18. Januar in Leipzig und am 19. Januar in Berlin angesetzt ist.

Zur Kundgebung von GE Power und Stadler in Berlin-Pankow waren 350 Beschäftigte gekommen Foto: Christian von Polentz, transitfoto.de

Bisher größte Warnstreikkundgebung: 4000 vor den Toren von Volkswagen in Zwickau Foto: IG Metall

Warnstreik bei Bahntechnik Brand-Erbisdorf: Gute Bezahlung und gute Arbeitszeit motivieren Foto: IG Metall

Leesys in Leipzig: Sechs Prozent mehr Geld und mehr Lebenszeit! Foto: Wolfgang Zeyen

Mahle Reichenbach im Kampfmodus Foto: IG Metall

Kampferprobt in stürmischen Zeiten: Warnstreik bei Schnellecke Glauchau Foto: Wolfgang Zeyen

Die IG Metall fordert sechs Prozent mehr Geld für zwölf Monate und Wahloptionen für moderne Arbeitszeitmodelle. Darüber hinaus strebt sie eine Verhandlungsverpflichtung über die Angleichung der Arbeitszeiten zwischen Ost und West an.

 

Zur bisher mächtigsten Warnstreikkundgebung versammelten sich  4 075 Metallerinnen und Metaller vor den Toren von Volkswagen Sachsen – aus den Montagehallen und Büros des Autoherstellers, vom Volkswagen Bildungszentrum, von Schnellecke Logistics, SAS und Radsysteme Mosel.

 

„Industrielle Produktion bedeutet heute, dass die Maschinen rund um die Uhr laufen. Menschen brauchen aber einen anderen Arbeitsrhythmus“, sagte Olivier Höbel, Bezirksleiter der IG Metall Berlin-Brandenburg-Sachsen auf der Kundgebung in Zwickau. „Mehr als die Hälfte unserer Kolleginnen und Kollegen arbeiten in unserem Bezirk in Schichten. Im extremsten Fall in Drei-Schicht-Systemen und in der rollenden Woche mit nur einem freien Wochenende pro Monat. Das führt zu individuellen Wochenarbeitszeiten, die weit über den im Tarifvertrag festgelegten 38 Stunden liegen. Die Beschäftigten gehen flexibel auf die Bedarfe der Unternehmen ein. Aber auch sie brauchen flexible Lösungen, um die Belastungen auszuhalten. Jetzt geht es darum, dass die Arbeitgeber für ihre Beschäftigten Verantwortung übernehmen und in den Verhandlungen auf uns zukommen.“ Die Androhung von rechtlichen Schritten gegen unser Grundrecht auf Streik verunsichere die Kolleginnen und Kollegen in den Betrieben. Sollten die Arbeitgeber die Forderungen der IG Metall vor Gericht anfechten, würde dies die Tarifpartnerschaft nachhaltig und für lange Zeit schädigen, warnte Höbel.


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