3 500 Metaller und Metallerinnen bei Warnstreiks in Berlin, Brandenburg und Sachsen

  • 29.03.2006
  • md
  • Aktuelles

Im Tarifkonflikt der Metall- und Elektroindustrie haben am Mittwoch 1 400 Metallerinnen und Metaller in Berlin und Brandenburg mit Warnstreiks ihren Forderungen Nachdruck verliehen. In Sachsen gingen 2 100 Beschäftigte der Branche auf die Straße. Der Bezirksleiter der IG Metall Berlin-Brandenburg-Sachsen, Olivier Höbel, wies die Kritik der Arbeitgeber an den Warnstreiks zurück. »Diese Aktionen haben die Arbeitgeber selbst herauf beschworen. Die Beschäftigten haben kein Verständnis für ihre Verzögerungstaktik in den Tarifverhandlungen und tragen nun ihren Protest auf die Straße«, sagte er. Die IG Metall fordert fünf Prozent mehr Entgelt, einen Tarifvertrag über vermögenswirksame Leistungen und mehr Mitsprache bei berufsbegleitender Qualifikation und der Innovation der Produktion.

Mit Beginn der Nachtschicht legten rund 300 Beschäftigte des Osram-Werks in Berlin-Spandau die Arbeit nieder. Sie zogen um Mitternacht vor das Werktor und forderten fünf Prozent Lohnerhöhungen. Rund 1000 Mitarbeiter des DaimlerChrysler-Werks in Berlin-Marienfelde verließen am Vormittag für anderthalb Stunden ihre Arbeitsplätze. Sie blockierten eine Straßenkreuzung vor dem Werk. Am Nachmittag legten Beschäftigte der Gröditzer Kurbelwelle Wildau und der Wildauer Schmiedewerke im brandenburgischen Landkreis Dahme-Spreewald die Arbeit nieder.

 

In Sachsen gab es Warnstreiks beim Druckmaschinenhersteller KBA Planeta in Radebeul, Bombardier Bautzen, MAN Druckmaschinen Plauen und dem Automobilzulieferer Siemens VDO in Limbach-Oberfrohna. Die Warnstreikaktionen werden in den kommenden Tagen fortgesetzt. 

Am Dienstag hatten die Autobauer bei  BMW in Leipzig kurzzeitig die Arbeit niedergelegt.


Zum Auftakt bei KBA Planeta hatten sich nach Angaben der Gewerkschaft rund 700 Mitarbeiter zur Kundgebung versammelt, 60 Prozent der Schicht. Das seien deutlich mehr als erwartet gewesen, sagte Willi Eisele von der IG Metall Dresden. ‚‚Da haben unsere Vertrauensleute im Betrieb gute Vorarbeit geleistet.’’ Auch bei Bombardier in Bautzen ging während eines einstündigen Warnstreiks nichts mehr. 650 der 900 Beschäftigten legten kurzzeitig die Arbeit nieder. ‚‚Wer da war, hat sich angeschlossen’’, sagte André Koglin von der Verwaltungsstelle Bautzen.

 

Die Metallarbeitgeber haben der Gewerkschaft zwei Monate nach  Aufnahme von Tarifverhandlungen noch kein bezifferbares Angebot vorgelegt. Statt dessen fordern sie Einkommensverzicht und Arbeitszeitverlängerung bei Neueinstellungen.


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