Blüthner Piano: Wortbruch statt Tarifvertrag? Metaller stellen Ultimatum

  • 08.02.2008
  • md
  • Aktuelles

Der Tarifkonflikt bei Blüthner Piano geht weiter: Geschäftsführer Christian Blüthner-Haessler machte in dieser Woche einen Rückzieher und will nun doch keinen Tarifvertrag abschließen. Das ist Wortbruch, sagte der Verhandlungsführer der IG Metall, Bodo Grzonka. "Es reicht!", sagt auch die betriebliche Tarifkommission der IG Metall. Ihr Ultimatum: Die Geschäftsführung soll bis 12. Februar ein verhandlungsfähiges Angebot vorlegen. Im Dezember 2007 hatte Blüthner unterschrieben, mit der IG Metall über tarifliche Regelungen zu verhandeln. Damit war in letzter Minute ein Streik abgewendet worden.

Mit mehreren Warnstreiks hatten die Beschäftigten, von denen viele in die IG Metall eingetreten sind, ihre Forderung nach einem Tarifvertrag bekräftigt. Die Lösung schien nahe, als ein fachfremder Jurist vom Arbeitgeberverband Sachsen-Metall eingriff und einen Beitritt Blüthners zum sächsischen Arbeitgeberverband der Holzwirtschaft verhinderte.


Luxusprodukte zu Billiglöhnen? Der Grundlohn bei Blüthner beträgt 7,25 Euro, mit einem dubiosen Leistungsaufschlag im Schnitt 9,16 Euro. Das sind knapp 18 0000 Euro Jahreseinkommen – etwa  ein Viertel weniger als  der aktuelle Flächentarif, nach dem es 5 380 Euro mehr pro Jahr geben müsste. Dabei ist die  Arbeitszeit bei Blüthner zwei Stunden länger und der Urlaub zwei Tage kürzer.  Es gibt keine vermögenswirksamen Leistungen, kein Weihnachtsgeld, kein zusätzliches Urlaubsgeld.


Um den großen Abstand der Bezahlung zum Flächentarif behutsam zu überwinden, hatte die IG Metall einen langfristigen Stufenplan bis 2012 angeboten.  Pianochef Christian Blüthner lehnte auf Anraten des Verbandsjuristen von Sachsen-Metall  ab.


„Herr Blüthner verspielt jede Glaubwürdigkeit, wenn er nicht mehr zu seiner eigenen Unterschrift vom Dezember steht. Die Beschäftigten fühlen sich verraten, verkauft und letztlich unglaublich hereingelegt. Ganz offensichtlich hat die Geschäftsleitung die Öffentlichkeit hinters Licht geführt und wollte nur Zeit schinden!", sagte der Verhandlungsführer der IG Metall-Bezirksleitung, Bodo Grzonka.


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