Lichterkette, Stühlerücken: Manroland-Belegschaften rüsten für kämpferische Zeiten

  • 22.12.2011
  • md
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Sorgenvoll, aber entschlossen blicken die Beschäftigten des insolventen Druckmaschinenherstellers manroland ins neue Jahr. Auch nach Weihnachten werden sie weiter für ihre rund 6500 Arbeitsplätze in Plauen, Offenbach und Augsburg kämpfen. Am 13. Januar gibt es eine große Kundgebung in München – am Sitz der Anteilseigner Allianz und MAN.

Plauen: Lichterkette am 20. Dezember

In der Vorweihnachtszeit machten die Manroland-Belegschaften mit phantasievollen Aktionen  auf ihre dramatische Situation aufmerksam: In Plauen bildeten 500 Menschen mit Laternen und Fackeln am Dienstag eine Lichterkette als Symbol, dass sie um den Erhalt ihrer Arbeitsplätze kämpfen werden. Bei Manroland Plauen, dem größten Arbeitgeber im Vogtland, bangen 720 Mitarbeiter um ihren Job. Am Stammsitz in Augsburg bildete sich am Mittwoch eine Menschenkette um das Werk. Mit Transparenten, Fackeln und Kerzen zogen mehr als 1000 Beschäftigte, Familienangehörige und Kollegen aus anderen Betrieben über das Gelände. In Offenbach stellten die Auszubildenden und Beschäftigten symbolisch für jeden der 93 Ausbildungsplätze in der Region einen Stuhl in der Innenstadt auf. 

Die Insolvenz,  die Manroland am 25. November anmeldete, betrifft bundesweit 6 500 Beschäftigte und ihre Familien. Gescheitert war die Rettung des drittgrößten deutschen Druckmaschinenherstellers an mangelnder finanzieller Unterstützung der beiden Gesellschafter Allianz und MAN. Es komme jetzt darauf an, möglichst viele Arbeitsplätze zu sichern, sagte IG Metall-Vorstandsmitglied Jürgen Kerner. Die Hauptanteilseigner, aber auch die Politik seien in der Pflicht. "Der Druck auf Allianz und MAN darf nicht nachlassen, weil wir eine schnelle Lösung brauchen", sagte Kerner. "Von der Bundesregierung erwarten wir ein industriepolitisches Konzept für die Branche."

Zeit wird knapp

Laut Insolvenzverwalter Werner Schneider gibt es mehrere Interessenten aus dem In- und Ausland. Die Zeit drängt. Denn die Agentur für Arbeit übernimmt nur bis Ende Januar die Löhne und Gehälter für die Beschäftigten. 

 

Der Druck der Manroland-Beschäftigten, des Betriebsrats und der IG Metall wird auch zwischen den Jahren und in 2012 nicht nachlassen. Es sind weitere Aktionen an den drei Standorten geplant. Diese münden in einer großen Demonstration der Beschäftigten aus Plauen, Offenbach und Augsburg am 13. Januar in München, wo Allianz und MAN ihre Zentralen haben. 


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