Siemens/Sachsen

Ministerpräsident Kretschmer will mit DGB kooperieren - Staatsregierung steht hinter Siemens-Belegschaften

  • 16.12.2017
  • md
  • Aktuelles

Sachsens neuer Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hat den Belegschaften der von Schließung bedrohten Siemens-Standorte in Görlitz und Leipzig die Unterstützung der Staatsregierung zugesichert. In dem Konflikt passe einiges nicht zusammen. Er sei schockiert, wie mit den Siemensianern umgegangen werde. "Das lassen wir uns nicht bieten", sagte Kretschmer auf der DGB-Bezirkskonferenz in Leipzig.

Thomas Clauß, Betriebsratsvorsitzender des Siemens-Kompressorenwerks Leipzig, an der Spitze seiner Kolleginnen und Kollegen auf der DGB-Konferenz in Leipzitg. Foto: Wolfgang Zeyen

MP Michael Kretschmer (CDU) bekennt sich zu Kooperation mit DGB Sachsen

Wenn Siemens den Beschäftigten die Chance gebe, gemeinsam durch die Krise zu kommen, so wäre das verantwortungsvolles Handeln. „Die Tarifpartnerschaft darf nicht aufs Spiel gesetzt werden, aber genau das passiert gerade bei Siemens.“

 

Der CDU-Politiker erklärte weiter, er setze auch in Zukunft auf eine gute Zusammenarbeit mit den Gewerkschaften. Es habe in der Vergangenheit viele Beispiele guter Zusammenarbeit zwischen Politik und Gewerkschaften gegeben, die auch zum Erhalt von Arbeitsplätzen geführt hätten. Mit der Digitalisierung kämen jedoch neue Herausforderungen auf alle zu. Auch die Arbeitnehmervertretungen hätten dabei eine große Verantwortung für die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland. Dafür sei ein großes Maß an Flexibilität notwendig.

 

Für ihn bedeute das auch, dass über neue Arbeitszeitmodelle diskutiert werden müsse. Nicht mehr die tägliche Arbeitszeit sei entscheidend, vielmehr müsse darüber gesprochen werden, wie die Wochenarbeitszeit organisiert werde.

 

"Neue Arbeitszeit kann auf keinen Fall eine Verlängerung der Arbeitszeit bedeuten", mahnte Olivier Höbel, Bezirksleiter der IG Metall Berlin-Brandenburg-Sachsen. "Wir erwarten von der neuen Staatsregierung hier eine eindeutige Positionierung", sagte der Metaller. Die IG Metall kämpft in ihrer aktuellen Tarifrunde für sechs Prozent mehr Geld und neue Arbeitszeiten, die zum Leben der Menschen passen. Mehr Zeit außerhalb der Arbeit sei in einer von Arbeitshetze und strengen Schichstsystemen geprägten Industrie ein hoher Wert, dessen Bedeutung weiter steige, so Höbel.