Osram-Belegschaft will Zukunftsperspektive statt Dauerbaustelle

  • 18.09.2014
  • md/aw
  • Aktuelles, Metall-/Elektro

Der Technologiewandel bei Leuchten schüttelt Osram durch. "Der Wandel kann nur mit den Beschäftigten, nicht gegen sie vollzogen werden", sagte Irene Schulz, Mitglied des Vorstands der IG Metall und des Osram-Aufsichtsrats, am Donnerstag in Berlin. Für den 22. September, wenn der Aufsichtsrat in Augsburg tagt, kündigten die Metaller einen Aktionstag an allen Osram-Standorten an.

Dauerbaustelle Osram: Den Beschäftigten reicht's

„Wir erwarten statt kurzfristigem Personalabbau eine nachhaltige Strategie, die Perspektiven für die Standorte und Belegschaften aufzeigt. Von der Geschäftsführung fordern wir klare Aussagen zu Innovationspotentialen an unseren Standorten, bevor überhaupt über Personalabbau nachgedacht wird. Die Beschäftigten sind die besten Innovationsexperten. Einbinden, statt abbauen muss die Linie des Unternehmens sein“, sagte Irene Schulz.

 

„Osram-Chef Wolfgang Dehen ruiniert mit seiner Dauer-Restrukturierung die Ressourcen des Technologie-Konzerns. Hier ist ein Geisterfahrer unterwegs, der gestoppt werden muss. Eine langfristige Zukunftsperspektive ist bei einem Umsteuern möglich“, sagte Klaus Abel, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Berlin. „Das Berliner Osram-Werk ist eine der weltweit modernsten Fertigungsstätten mit höchsten Qualitätsstandards und Kompetenzzentrum für Hochdruckentladungslampen.

 

Zudem werden am Berliner Standort sehr erfolgreich spezielle Autoleuchten (XENARC) für gehobene Mittelklassewagen hergestellt. Mit seinen Universitäten, Forschungseinrichtungen und dem Ingenieurspotential ist Berlin ein Standort, an dem sich Investitionen für das Unternehmen lohnen. Osram ist ein Berliner Traditionsbetrieb, für dessen Zukunft wir kämpfen.“

 

„Der geplante Abbau von 283 Arbeitsplätzen gefährdet den gesamten Standort“, so Betriebsratsvorsitzender Andreas Felgendreher. „Durch die verbleibenden Fixkosten wird die Wirtschaftlichkeit des Standortes bei weiterer Produktionseinschränkung und Personalabbau insgesamt  in Frage gestellt. Deshalb werden wir uns am bundesweiten Aktionstag gegen die Kahlschlagpläne des Osram-Vorstandes beteiligen.“


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