Start in Berlin: IG Metall fragt bundesweit: Was ist ein gutes Leben?

  • 31.03.2009
  • md
  • Aktuelles

Unter dem Motto: "Gemeinsam für ein gutes Leben" startete die IG Metall am Dienstag in Berlin eine bundesweite Befragung von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern. ‚‚Die Politik muss endlich die Bedürfnisse der Menschen nach einem guten Leben in sozialer Sicherheit zur Kenntnis nehmen’’, sagte der Zweite Vorsitzende der Gewerkschaft, Detlef Wetzel, am Brandenburger Tor vor Betriebsräten und Vertrauensleuten.

Gemeinsam für ein gutes Leben - auch Detlef Wetzel gab seine Meinung kund

In über 150 Städten soll ein Truck der IG Metall auf die Aktion aufmerksam machen. Mit dieser größten Kampagne ihrer Art in der Geschichte der Gewerkschaft will die iG Metall in Unternehmen, Hochschulen und Kommunen Meinungen zusammentragen – unter anderem zu Bildungschancen, Mitbestimmung und Arbeitsplatzsicherheit.

Erste Ergebnisse der Befragung werden am 3. Juli 2009 präsentiert – damit Kandidaten und Abgeordnete des Bundestags die Meinung von hunderttausenden Menschen mit in die parlamentarische Sommerpause nehmen können, sagte Wetzel.

 

Mit der Kampagne wolle die IG Metall nicht nur zur Bundestagswahl am 27. September die Wünsche der Menschen nach einem ‚‚guten Leben’’ sichtbar machen, sondern auch darüber hinaus Veränderungen einfordern. "Die derzeitige Krise ist nicht vom Himmel gefallen", sagte Wetzel. Die Politik dürfe nicht länger den Interessen der Unternehmen und ihrer Gier nach schnellem Profit Vorrang einräumen.

 

Erste Stimmen von Teilnehmern an der Eröffnungsveranstaltung:

"Ein gutes Leben ist für mich…

 

„…ein sicherer Job, der nicht krank macht und ordentlich bezahlt ist. Dazu ein gutes Betriebsklima – das wäre traumhaft. Außerdem soll die Jugend eine bessere Perspektive erhalten, damit wir auch im Alter gut leben können.“
Doris Lams, früher Neptun-Werft, heute Arbeitsloseninitiative „Dau wat“, Rostock


„…Arbeit für alle – das hat was mit politischer Kultur unserer Gesellschaft zu tun. Genug Geld dafür könnte der Staat einnehmen: Mit einer Steuer auf Produktivitätserhöhungen.“
Jürgen Knüpfer, Rentner, Berlin


„…Arbeit, von der ich leben kann, ein bisschen mehr Freizeit und immer guten Kaffee! Das ist Luxus, denn ich sehe bei  uns sehr viele Menschen, die keine Arbeit haben, nicht einmal die Aussicht darauf. Ich möchte, dass es allen gut geht.“
Thomas Jahn, VEM Sachsenwerk Dresden


„…akzeptiert werden, Anerkennung für meine Arbeit bekommen. Ich finde es gut, wenn ich mit meinem Einkommen die ganze Familie ernähren kann. Die Kinder sollen ohne Sorgen heranwachsen, dann können wir ihnen wirklich wichtige Werte  mitgeben: Zusammenhalt und Verlässlichkeit. Sollte ich krank werden, will ich finanziell abgesichert sein, um gesund zu werden und meinen Job weiterzumachen.“
Aldo Carlino, Lackierer, Volkswagen Wolfsburg


„…wenn die Leute nicht nur im kleinen Kreis meckern würden, sondern endlich rausgehen und was tun für ihre Interessen. Gut wäre auch Rente nicht erst mit 67, sondern ein früherer allmählicher Übergang in den Ruhestand. Bis es so weit ist, träume ich von gleicher Bezahlung für gleichwertige Arbeit – in Ost und West, für Frauen und Männer.“
Gabriele Schilling, Wäscherei Sitex, Rostock


„…ein Leben ohne Nazis. Dafür setze ich mich bei uns in Sachsen ein. Im Berufsleben bin ich für weniger Überstunden und eine kürzere Arbeitszeit. Ein sicherer, tariflich bezahlter Arbeitsplatz ist ganz wichtig, damit man sich das Leben angenehm machen kann.
Thilo Hecht, Volkswagen Sachsen


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