Zeichen des Respekts - Schnellecke Glauchau jetzt mit Tarif

  • 07.10.2011
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"Respekt" fordert und fördert die gleichnamige Kampagne gegen Fremdenfeindlichkeit. Vielen Metallerinnen und Metaller drängt sich da ein naheliegender Gedanke auf: Gehen wir eigentlich respektvoll miteinander um? Werden wir von den Arbeitgebern genügend respektiert? Bei BMG Schnellecke Glauchau lautet heute die Antwort auf beide Fragen: Ja.

Foto: Pastierovic

Früher war Schnellecke Sachsen ein reiner Logistik-Dienstleister der Autoindustrie. Heute werden hier auch Achsen als Module gefertigt und oft bis an die Montagebänder geliefert, wo sie in die Fahrzeuge eingebaut werden. Von Schnellecke-Mitarbeitern, die viel schlechter bezahlt wurden als die Kolllegen etwa bei Volkswagen.

 

"Wir fühlten uns als Metaller, nicht als Logistiker", sagt die Betriebsratsvorsitzende Elke Merkel. "Wir wollen ins IG Metall-Netzwerk der Automobilzulieferer. Mit der Betreuung der IG Metall ging regelrecht ein Ruck durch die Belegschaft.", erinnert sich Merkel. Fast alle sind heute Gewerkschafter.

 

Mit dieser Kraft im Rücken handelte die IG Metall einen guten Haustarif aus: Es gibt jetzt 30 statt 23 Tage Urlaub, die Einkommen steigen um mindestens 7,5 Prozent und im Januar werden alle neu eingruppiert.

 

Beeindruckend sagte der Zweite Vorsitzende der IG Metall, Detlef Wetzel: "Die Belegschaft hat ihr Schicksal in die eigene Hand genommen. Die Autoindustrie verändert sich. Logistik und Vormontage verschmelzen weiter, die Wertschöpfung nimmt zu." Die IG Metall wolle nun weitere Firmen ins Tarif-Boot holen und gleiche Bedingungen für die gesamte Branche herstellen.

 

"Ein Zeichen von Respekt vor unseren Mitarbeitern und eine Investition in die Zukunft" nennt

BMG-Chef Rolf Schnellecke das neue Tarifwerk. "Stimmt, aber geschenkt wurde uns nichts", sagt die IG Metall-Verhandlungsführerin Jutta Ehlers. Bis kurz vor dem Abschluss, der nach einer Marathon-Verhandlung zustande kam, hatten die Zeichen auf Arbeitskampf gestanden. Ein Höhepunkt des Tarifvertrages ist die unbefristete Übernahme nach erfolgreicher Ausbildung. "Das setzt Maßstäbe für die kommende Tarifrunde der Metall- und Elektroindustrie", sagt Olivier Höbel. Schon jetzt wird die Forderung nach unbefristeter Übernahme in den Betrieben intensiv diskutiert.


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