Bombardier - Görlitz - mit Berichterstattung

Rund 800 Bombardier-Beschäftigte protestierten in Görlitz

  • 16.12.2016
  • aw
  • Aktuelles, Bombardier

Am 16. Dezember protestierten in Görlitz vor dem Bombardier-Werk rund 800 Beschäftigte gegen den geplanten Abbau von Arbeitsplätzen. "Wir werden die Beschäftigten am 17. Januar über mögliche und notwendige Forderungen abstimmen lassen und auch daraus resultierende Aktionen und Streik abstimmen lassen", sagte Jan Otto, Erster Bevollmächtigter IG Metall Ostsachsen. "Aber wir sind weiter an Gesprächen mit der Konzernleitung interessiert, diese müssen aber auch verbindliche Absprachen beinhalten. Wir fordern weiterhin die Standortsicherung."

Fotos: IG Metall

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In der vergangenen Woche wurde in einem Zeitungsartikel vom Abbau von 2.500 Jobs in Deutschland berichtet. Die Beschäftigten der Bombardier Werke in Görlitz, Bautzen und Hennigsdorf haben seither große Sorge um ihre Arbeitsplätze und warten bislang auf weitere Informationen der Geschäftsführung. 

Noch im Dezember soll es in der Staatskanzlei in Dresden ein Spitzengespräch zwischen Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU), Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) und dem Bombardier-Europa-Chef Laurent Troger geben, war am Freitag in Medienberichten zu lesen.

 

Ein Unternehmenssprecher hatte betont, dass erst Zahlen herausgegeben würden, wenn man mit den Gewerkschaften und Betriebsräten an allen betroffenen Standorten über die Umbaupläne gesprochen habe. Allerdings sucht die Konzernleitung bislang nicht das Gespräch.

Hintergrund:


Der kanadische Bahnhersteller Bombardier hatte im Februar 2016 verkündet, dass in Deutschland 1.430 Arbeitsplätze vernichtet werden sollen. Die ostdeutschen Standorte in Hennigsdorf, Görlitz und Bautzen waren zu diesem Zeitpunkt mit mehr als 1.000 Stellenstreichungen am stärksten betroffen. IG Metall und Gesamtbetriebsrat kritisieren dieses Vorgehen seit Bekanntwerden im Februar massiv und haben Ansätze für eine Alternativstrategie entwickelt.

Im April überreichten Betriebsräte und IG Metall in Berlin den „Bombardier Fahrplan Zu(g)kunft“. Mit dem Strategiepapier zeigen die Betriebsräte und IG Metall konstruktive Lösungswege für die aktuelle Misere bei Bombardier Transportation auf und formulieren ihre Forderungen an die Konzernspitze.

Zeitgleich kursierten Gerüchte über eine sogenannte zweite Welle. Im Oktober hat die Konzernspitze den Abbau von weiteren 5.000 Arbeitsplätzen weltweit bei Bombardier Transportation verkündet. Seither besteht die Befürchtung, dass vor allem die  deutschen Standorte betroffen sein werden. Das Unternehmen hat bisher noch keine offizielle Position zur Umsetzung des Abbaus an den deutschen Standorten bezogen.

Auf einer Betriebsversammlung in Hennigsdorf wurde am 5. Dezember mitgeteilt, dass die Serienproduktion von Zügen am Standort bis Ende 2018 auslaufen solle. Nur noch Entwicklung, Konstruktion und eventuell der Bau von Prototypen sollen am Standort verbleiben.

 

Berichterstattung:

 

MDR um 11, 16. Dezember 2016

 

MDR Online, 16. Dezember 2016

 

Freie Presse, 16. Dezember 2016

 

Sächsische Zeitung, 16. Dezember 2016

 

Neues Deutschland, 17. Dezember 2016

 

Neue Züricher Zeitung, 16. Dezember 2016

 


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