Ausbildungspakt: Wirtschaft nutzt Aufschwung nicht

  • 03.02.2012
  • md
  • Aktuelles, Jugend/Azubis, Betriebsräte, Gruppen

Trotz guter Wirtschaftsentwicklung bleibt die Lage auf dem Ausbildungsmarkt enttäuschend, kritisierte die stellvertretende DGB-Vorsitzende Ingrid Sehrbrock bei einer Bilanz des Ausbildungspakts. Schlechte Bedingungen während und geringe Übernahmequoten nach der Ausbildung führten vor allem im Hotel- und Gaststättengewerbe zu hohen Abbrecherquoten.

IG Metall kämpft für unbefristete Übernahme Foto: Wolfgang Zeyen

„Die Wirtschaft hat ihre gute Auftragslage 2011 kaum genutzt, um die jungen Menschen auszubilden, die bisher keine Chance hatten. Jeder junge Mensch sollte die Chance erhalten, seinen Lebensunterhalt durch eigene Anstrengungen sicherzustellen. Davon sind wir noch weit entfernt.


Das Plus von 1,8 Prozent bei den abgeschlossenen Ausbildungsverträgen bleibe weit hinter den Erwartungen und Ankündigungen der Arbeitgeber zurück. Die Zahl der Neuverträge liegt mit 570 140 weit unter dem Niveau des Vorkrisenjahres 2008. Damals erhielten 616.342 junge Menschen einen neuen Ausbildungsvertrag.


"Glänzende Ausbildungschancen für junge Menschen sind leider noch immer eine Fata Morgana. Zwar rechnet der Ausbildungspakt nur mit rund 5 700 unversorgten Bewerbern. Er zählt aber mehr als 65 000 Bewerberinnen und Bewerber als versorgt, die keinen Ausbildungsplatz bekamen und sich mit Bewerbungstrainings, Einstiegsqualifizierungen und Praktika über Wasser hielten. Und das bei nur 29.500 offenen Plätzen", rechnet Sehrbrock vor. In Wahrheit sei die Zahl der unversorgten Bewerberinnen und Bewerber doppelt so hoch wie die Zahl der offenen Plätze. Allein  2011 fehlten folglich mehr als 40 000 Ausbildungsplätze.


Während der Ausbildungspakt Jahr für Jahr eine entspannte Lage verkündet, ist laut Statistischem Bundesamt die Zahl der jungen Menschen im Alter von 20 bis 29 Jahren ohne abgeschlossene Ausbildung mittlerweile bei 1,5 Millionen angekommen. Das sind immerhin rund 17 Prozent dieser Altersgruppe.


"Es ist höchste Zeit, dass Jugendliche, die nicht zu den Spitzenleistern in der Schule gehörten, jetzt mit ausbildungsbegleitenden Hilfen und starken Partnern in den Unternehmen zum Zuge kommen“, forderte Ingrid Sehrbrock.


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