Ausstellungseröffnung

Cum-Ex

  • 07.06.2017
  • bg
  • Aktuelles, Ausstellung

Die IG Metall präsentiert ab dem 9. Juni die Gruppenausstellung »Cum-Ex« mit Arbeiten von 13 jungen zeitgenössischen KünstlerInnen, die vor allem im Bereich Skulptur, Objekt- und Installationskunst arbeiten. Am Donnerstag, 8. Juni 2017 um 19:00 Uhr eröffnen wir die Ausstellung im IG Metall-Haus in Berlin-Kreuzberg.

Die Ausstellung wird von Kunsthalle Freeportkuratiert, einem kuratorischen Kollektiv mit fließender Belegung, ohne festen Standort, von KünstlerInnen ins Leben gerufen.

 

Das Projekt sieht vor, sich von gegebenen Strukturen freizumachen um Handlungsfreiraum zur künstlerischen Entfaltung zu schaffen. Im Spannungsverhältnis von Permanenz und Kontinuität sollen in Cum-Ex Handlungsräume für künstlerische Praxis geschaffen werden, deren Arbeiten sich gegenüber dem Drängen der Form widerspenstig zeigen, sich der Verdinglichung entziehen.

 

Wie kann in den Zwischenräumen einer künstlich verfertigten Welt noch poetisches Potential hergestellt werden, das die Fähigkeit besitzt, das Soziale oder das Kollektiv zu hegen, zu tragen und zu erzeugen?


Der Name Kunsthalle Freeport setzt sich zusammen aus zwei Wörtern dessen Bedeutung nicht unterschiedlicher sein könnten: Eine Kunsthalle zeichnet sich vor Allem dadurch aus, dass sie nicht kommerziell agiert und keine Sammlung/Kollektion besitzt. Sie dient dem bloßen Ausstellen von künstlerischen Arbeiten.

 

In der jüngeren Vergangenheit sind Kunsthallen, nicht nur im deutschsprachigen Raum, “wie Pilze aus dem Boden geschossen” – dies scheint ein Indiz dafür zu sein, dass Kunstschaffende sich gegen einen zentralisierten und kapitalisierten Kunstmarkt wenden wollen. Im Gegensatz dazu ist ein Freeport, ein Ort/Nicht-Ort in dem Steuerfreiheit herrscht und sehr teure Waren gelagert werden, bis es sich lohnt sie wieder zu verkaufen, ohne dafür Steuern gezahlt zu haben. In der Kunst führt das zu Preisverzerrungen, und viele teure Kunstwerke werden nicht mehr ausgestellt, sondern nur gelagert und somit für die interessierte Öffentlichkeit unsichtbar gemacht. Freeports befinden sich meist in der Nähe von Häfen jeglicher Art, so kann beispielsweise ein Gemälde direkt aus dem Flugzeug in der Freeport Lagerhalle verstaut werden, ohne dass dabei offiziell ein Land “betreten” wird.


Cum-Ex: Abarbeiten am Objekt. Tropfen drängen in dichter Streuung durch die Poren an die Hautoberfläche. Alles Ständische und Stehende verdampft während der Wille zur Verausgabung die Hornschichten mit hauchfeinen Netzen aus Salzkristallen überzieht. Don’t worry my Dear, es kommt Nachschub. Wir mussten Platz schaffen für die triefenden Dividenden.


Sich verheddern als Klimax. Die Bodycare nimmt sich den vergossenen Legierungen und den aufgebrochenen Zwischenräumen an. Sie kleistert die Getriebe mit Drüsensekret und süßem Wachs. Relationships, eingehegt in verdeckelten Waben. Aufstapeln und abtragen, auftragen und abschmieren.


Der Dehnungsrichtung entgegen andauern. Wir schreiben uns ein in die verfertigten Gewebe, in denen die Dinge nachleben, sich erschöpfen, sich zeigen, in Echtzeit. Grenzobjekte, durchtränkt und halbdurchlässig. In der Charge entstehen Wirbelströme, gleichmäßige Gefüge, wider der Erstarrung.
- Anna Gien

Ausstellende KünstlerInnen:

Murat Adash, Naama Arad, Peppi Bottrop, Marco Bruzzone, Zuzanna Czebatul, Sofia Duchovny, Elif Erkan, Octavio Garabello, Alisa Heil, Real Madrid, Zoë Claire Miller, Maximilian Schmoetzer, Camilla Steinum.

 


Begrüßung: Olivier Höbel, IG Metall Bezirksleiter
Einführung: Anna Gien, Kulturwissenschaftlerin


9. Juni bis 7. Juli 2017
Eröffnung: Donnerstag, 8. Juni, 19:00 Uhr

 

Ausstellungsraum der IG Metall,

Alte Jakobstraße 149, 10969 Berlin

http://www.igmetall-bbs.de/aktuelles/ausstellungen/


Nahe U-Bhf Hallesches Tor

Stadtplan